Ärzte Zeitung, 27.01.2004

Bei Reflux-Patienten kommt die Therapie nach Bedarf gut an

Patienten sind stärker in Behandlung involviert / Weniger Tabletten als bei Dauertherapie

MÜNCHEN (sto). Patienten, die mit den Symptomen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit in die Praxis kommen und bei denen keine Alarmsymptome vorliegen, können symptomorientiert behandelt werden. Eine endoskopische Untersuchung ist in einer solchen Situation nicht sofort erforderlich.

Symptomatische Reflux-Patienten, die nicht unter einer Dysphagie leiden, nicht an Gewicht verloren haben und auch sonst keine Alarmsymptome aufweisen, sollten entsprechend der Intensität ihrer Beschwerden behandelt werden, so die Allgemeinärztin Dr. Margrit Hollenz aus Rödental.

Bei leichten bis mittleren Beschwerden verordne sie über zwei bis vier Wochen die halbe Standarddosis Esomeprazol (Nexium® mups), also 20 mg des Protonenpumpenhemmers pro Tag, und bei starken Reflux-Beschwerden die volle Dosis von 40 mg Esomeprazol, berichtete Hollenz bei einer Veranstaltung von AstraZeneca in München.

Wenn Patienten nach vier Wochen immer noch Beschwerden hätten oder nach einiger Zeit mit den gleichen Beschwerden wieder in die Praxis kämmen, solle ihnen eine Gastroskopie empfohlen werden.

Die Langzeittherapie sollte sich am Beschwerdebild orientieren, so Hollenz. Hierfür sei Esomeprazol in der für die Bedarfstherapie zugelassenen Dosierung von 20 mg geeignet. Vorteil der Bedarfstherapie sei die aktive Einbeziehung des Patienten in seine Behandlung.

Eine Befragung von 145 Patienten habe eine hohe Zufriedenheit für einen Einnahmemodus ergeben, der sich am Bedarf orientiert, sagte Hollenz. Zudem könne auch die Zahl der Tabletten um ein Drittel im Vergleich zu einer Dauertherapie reduziert werden. Das mache die Behandlung auch kostengünstig.

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