Ärzte Zeitung, 17.01.2005

Symptomatik steuert Therapie Reflux-Kranker

Endoskopie bei Warnzeichen

MÜNCHEN (sto). Für die Diagnose einer gastroösophagealen Refluxkrankheit hat die Endoskopie nur eine begrenzte Sensitivität. Denn bei bis zu 70 Prozent der Patienten lassen sich endoskopisch keine Läsionen nachweisen.

Daran hat Dr. Andrea Morgner-Miehlke aus Dresden bei einer Veranstaltung des Unternehmens AstraZeneca in München hingewiesen. Bei Patienten mit Dysphagie, ungewolltem Gewichtsverlust, Blutungszeichen sowie bei Patienten, die nicht auf eine Therapie mit einem Protonenpumpenhemmer ansprechen, sei eine Gastroskopie jedoch obligat.

Auch Patienten, die seit mehr als zehn Jahren und mehrmals pro Woche vor allem an nächtlichen Reflux-Beschwerden leiden, sollte eine Endoskopie empfohlen werden. Dies gelte besondere dann, wenn sie älter als 50 Jahre sind, sagte die Gastroenterologin. Auch eine positive Familienanamnese oder der Wunsch des Patienten seien eine Indikation für eine Endoskopie.

Bei allen Schweregraden einer gastroösophagealen Refluxkrankheit sei ein Protonenpumpenhemmer die Therapie der Wahl, und zwar unabhängig vom endoskopischen Befund, so Morgner-Miehlke. Der endoskopische Befund habe, wenn überhaupt, allenfalls Einfluß auf die Dosierung und die initiale Therapiedauer. Sehr viel wichtiger für die Entscheidung, in welcher Dosierung ein Protonenpumpenhemmer angewandt wird, sei der Verlauf der Symptomatik.

Bei Anwendung von Esomeprazol (Nexium® mups) etwa sollte in der Akutphase eine symptomgesteuerte Behandlung mit 20 bis 40 mg des Wirkstoffs über vier Wochen erfolgen. Bei wiederkehrenden Symptomen habe sich langfristig eine Bedarfstherapie mit 20 mg Esomeprazol als sinnvoll erwiesen, so Morgner-Miehlke.

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