Ärzte Zeitung, 05.10.2005

Mit Rabeprazol schon nach einem Tag beschwerdefrei

Behandlung mit Protonenpumpenhemmer

KÖLN (grue). Der Säuresekretionshemmer Rabeprazol (Pariet®) wird bereits bei einem pH-Wert von 4,6 in seine aktive Form umgewandelt. Er sorgt damit für eine schnelle Linderung der Symptome bei gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD).

In vitro blockiert Rabeprazol innerhalb von fünf Minuten 80 Prozent der Protonenpumpen auf den gastralen Parietalzellen. Nach oraler Aufnahme wirke die Substanz schneller als andere Protonenpumpenhemmer (PPI), weil sie auch Parietalzellen mit geringem Säuregehalt erreiche, sagte Professor Peter Müller vom Krankenhaus Salem in Heidelberg beim Gastroenterologen-Kongreß in Köln.

Dies sei ein relevanter Vorteil für Patienten mit rezidivierender GERD, die sich oft für eine Therapie bei Bedarf ("on demand") entscheiden. Die antisekretorische Wirkung von Rabeprazol setzt in der ersten Stunde nach Einnahme ein und erreicht nach zwei bis vier Stunden das Maximum.

"Schon nach einem Tag sind damit 80 Prozent der Patienten von ihren Reflux-Beschwerden befreit", betonte Müller bei einer Veranstaltung des Unternehmens Eisai.

Rabeprazol wird vorwiegend nicht-enzymatisch abgebaut. Das hat mehrere Vorteile, wie Müller erläutert hat: So eignet sich das Medikament auch für jene fünf Prozent Patienten, deren Leberenzymsysteme besonders aktiv sind ("rapid Metabolizer"), und die anderen PPI deshalb zu schnell abbauen.

Außerdem gebe es mit Rabeprazol kaum Arzneimittel-Wechselwirkungen. Das "unproblematische Rabeprazol", erinnerte Müller, erfordere auch keine Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz oder leichteren Lebererkrankungen.

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