Forschung und Praxis, 28.10.2005

Endoskopie ermöglicht differenzierte Reflux-Therapie

Für Patienten mit vermuteter oder auch endoskopisch gesicherter gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD) sind Protonenpumpenhemmer (PPI) die Mittel der Wahl. Dosierung und Dauer der Akuttherapie sollten sich bei bekanntem endoskopischem Befund nach dem Ausmaß der Schleimhauterosionen richten.

Bei Reflux-Verdacht: Wird vor der Akuttherapie eine Endoskopie gemacht - etwa um Dysplasien auszuschließen oder weil der Patient es wünscht -, ist eine stärker differenzierte Therapie möglich. Foto: Klaro

Darauf hat Professor Bernd Simon vom Kreiskrankenhaus Schwetzingen bei einer Veranstaltung des Unternehmens Eisai hingewiesen. Eine säurehemmende Akuttherapie mit einem PPI bräuchten diejenigen Patienten, die mindestens einmal wöchentlich Reflux-Beschwerden haben. Fehlen karzinomverdächtige Symptome, könne bei jüngeren Patienten ohne familiäre Krebsbelastung auf eine Endoskopie verzichtet werden, sagte der Gastroenterologe.

Diese Patienten erhalten für zwei bis sechs Wochen einen PPI, etwa Rabeprazol (Pariet®) in einer Dosierung von 10 bis 20 mg pro Tag. "Damit werden die meisten Patienten beschwerdefrei und bleiben es auch, wenn sie anschließend auf eine bedarfsorientierte PPI-Therapie umsteigen", berichtete Simon in Köln.

Werde vor der Akuttherapie eine Endoskopie gemacht - etwa um Dysplasien auszuschließen oder weil der Patient es wünscht -, sei eine stärker differenzierte Therapie möglich. "Denn hat der Patient nachweislich keine Erosionen in der Speiseröhre, braucht er für höchstens vier Wochen einen PPI, und das auch nur in niedriger Dosierung".

Dagegen sollte bei gesicherter erosiver GERD das gewählte Präparat relativ hoch dosiert und für mindestens vier, besser acht Wochen eingenommen werden. "Damit heilen bei 90 Prozent der Reflux-Kranken die Schleimhautschäden ab", sagte Simon.

Weil bei erosiver GERD im Mittel sechs Wochen nach Therapieende mit einem Rückfall zu rechnen ist, ist oft eine langfristige Therapie nötig. Für eine symptomorientierte Bedarfstherapie bevorzugt Simon Präparate mit schnellem Wirkungseintritt und langer Säureblockade.

Diese Forderung erfülle Rabeprazol, das den pH-Wert für mindestens 16 Stunden hochhält und mit einem mittleren Bedarf von einer Dosis alle vier Tage eine sparsame On-demand-Therapie ermögliche. (grue)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Eine "mission impossible" für Diabetiker?

Kein Zweifel: Eine gute Blutzuckereinstellung plus Korrektur der übrigen Risikofaktoren lohnt sich. Um das zu erreichen, gilt es für Diabetiker zwei Hürden zu überwinden. mehr »

EU-Ärzte sollen bleiben dürfen

Theresa May hat ein Bleiberecht für EU-Bürger nach dem Brexit angekündigt. Betroffene Ärzte nehmen das jedoch mit gemischten Gefühlen auf. mehr »

Pfleger lernen als "Robo Cop", wie sich Altern anfühlt

In einem Modellprojekt sollen junge Menschen mit Förderbedarf für die Altenpflege gewonnen werden: Sie erleben im Simulationsanzug das Altern am eigenen Leib und üben die Pflege an lebensgroßen Puppen. mehr »