Montag, 2. März 2015
Ärzte Zeitung, 14.12.2012

Kommentar

Kein Reflex beim Reflux!

Von Elke Oberhofer

Die Versuchung ist groß: Einfach mal reinschauen in die Speiseröhre, dann sieht man schon, was Sache ist. Sicher, es spricht vieles für eine frühzeitige Endoskopie bei besonders lästigem Sodbrennen.

Der Patient ist beruhigt, man kann einen Barrett, einen Tumor oder eine Striktur ausschließen, und man schützt sich im Ernstfall vor Regressansprüchen.

Auf der anderen Seite ist eine Endoskopie eine invasive Maßnahme, die durchaus ihre Risiken hat. Perforationen oder Aspirationspneumonien sind zwar selten, aber wer sehr häufig endoskopiert, wird möglicherweise doch einmal einen Zwischenfall produzieren.

Neue Best-Practice-Empfehlungen aus den USA (Ann Intern Med 2012; 157: 808) sind in einem Punkt klar: Ein Zuviel kann schaden.

Bei typischer Refluxösophagitis ohne Alarmsymptome soll man es erst einmal mit einem PPI versuchen. Erst wenn dann der Erfolg ausbleibt, ist eine Endoskopie gerechtfertigt. Vor allem bei Frauen und bei jüngeren Patienten spricht die Statistik gegen ein Routinescreening.

In den Fokus nehmen sollten Sie dagegen Männer über 50. Raucht der Patient? Ist er übergewichtig? Beides sind wichtige Risikofaktoren für den Reflux. Mit entsprechenden Interventionen kann man das Übel an der Wurzel packen, dann erübrigt sich auch die Krebsangst.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Refluxösophagitis: Wer muss zur Endoskopie?

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Palliativmedizin: 13 Zeichen für den nahen Tod

Palliativmediziner haben 13 Merkmale zusammengestellt, die bei Krebspatienten im Endstadium auf einen unmittelbar bevorstehenden Tod hindeuten. Das soll Betroffenen und Angehörigen helfen, sich auf den Abschied vorzubereiten. mehr »

KBV-VV: Kampf dem Versorgungsgesetz - mit allen Mitteln

Öffentlichkeitswirksam, aber auch hinter verschlossenen Türen will die KBV für Ände­rungen am Versorgungs­stärkungsgesetz kämpfen. Die VV bekräftigte am Freitag ihre Kritik an den geplanten Regelungen. mehr »

Christa Mahr: Dem Darmkrebs keine Chance

Ihr eigener Sohn starb an Darmkrebs, seither setzt sich Christa Mahr, Gründerin der Felix Burda Stiftung, für mehr Prävention ein. Zum Auftakt des Darmkrebsmonats März spricht sie im Interview mit der "Ärzte Zeitung" über Erfolge der Koloskopie, neue Testmethoden und Hürden auf dem Weg zu einem organisierten Screening. mehr »