Dienstag, 2. September 2014
Ärzte Zeitung, 14.12.2012

Kommentar

Kein Reflex beim Reflux!

Von Elke Oberhofer

Die Versuchung ist groß: Einfach mal reinschauen in die Speiseröhre, dann sieht man schon, was Sache ist. Sicher, es spricht vieles für eine frühzeitige Endoskopie bei besonders lästigem Sodbrennen.

Der Patient ist beruhigt, man kann einen Barrett, einen Tumor oder eine Striktur ausschließen, und man schützt sich im Ernstfall vor Regressansprüchen.

Auf der anderen Seite ist eine Endoskopie eine invasive Maßnahme, die durchaus ihre Risiken hat. Perforationen oder Aspirationspneumonien sind zwar selten, aber wer sehr häufig endoskopiert, wird möglicherweise doch einmal einen Zwischenfall produzieren.

Neue Best-Practice-Empfehlungen aus den USA (Ann Intern Med 2012; 157: 808) sind in einem Punkt klar: Ein Zuviel kann schaden.

Bei typischer Refluxösophagitis ohne Alarmsymptome soll man es erst einmal mit einem PPI versuchen. Erst wenn dann der Erfolg ausbleibt, ist eine Endoskopie gerechtfertigt. Vor allem bei Frauen und bei jüngeren Patienten spricht die Statistik gegen ein Routinescreening.

In den Fokus nehmen sollten Sie dagegen Männer über 50. Raucht der Patient? Ist er übergewichtig? Beides sind wichtige Risikofaktoren für den Reflux. Mit entsprechenden Interventionen kann man das Übel an der Wurzel packen, dann erübrigt sich auch die Krebsangst.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Refluxösophagitis: Wer muss zur Endoskopie?

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