Ärzte Zeitung online, 10.03.2010

Spielend die eigenen Emotionen kontrollieren lernen

ULM (eb). Wissenschaftler der Uni Ulm haben das Spiel- und Lernprogramm "Fex" entwickelt, um die Selbstregulationsfähigkeit von Kindern zu fördern.

"Fex" steht für "Förderung exekutiver Funktionen". Das Spiel- und Lernprogramm soll das erfolgreiche Lernen bei Kindern fördern und den kontrollierten Umgang mit Emotionen verbessern.

"Unter diesen sogenannten exekutiven Funktionen fassen wir die kognitive Kontrolle von Verhalten und Aufmerksamkeit, die Selbstregulationsfähigkeit, das Arbeitsgedächtnis und die kognitive Flexibilität zusammen", so Dr. Sabine Kubesch von der Uni Ulm. "Diese Aspekte stehen in einer engen Beziehung zur sprachlichen und mathematischen Leistungsfähigkeit von Schülern. IQ mag wichtig für den Erfolg in der Schule sein, exekutive Funktionen sind aber noch wichtiger. Und man kann sie trainieren."

Kinder aus weniger einkommensstarken Familien hätten oftmals bereits beim Schuleintritt schwächer entwickelte exekutive Funktionen als Kinder aus Familien mit höherem Einkommen. "Um die Bildungsgerechtigkeit aller Kinder zu wahren, ist es aus diesem Grund sehr wichtig, exekutive Funktionen bei Kindern frühzeitig, also bereits in Kindergarten und Grundschule, gezielt zu fördern", sagt Kubesch.

Sie weist zudem darauf hin, dass "Fex" ein wichtiger Baustein sein kann, um antisozialem und delinquentem Verhalten von Kindern und Jugendlichen vorzubeugen. Bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bietet ein gezieltes Training exekutiver Funktionen darüber hinaus die Möglichkeit eine zur medikamentösen Therapie alternativen oder ergänzenden Behandlung.

Die "Fex"-Spielesammlungen werden erstmals am 16. März auf der Didacta in Köln vorgestellt

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