Ärzte Zeitung, 07.07.2004

Blick in die Zellentwicklung

Erstmals Gene während der Differenzierung analysiert

Neuronale Vorläuferzellen in vitro, die sich in Gliazellen (grün) und Nervenzellen (rot) entwickeln. Foto: MPI für molekulare Genetik

BERLIN (ple). Berliner Forscher haben durch die Analyse der Aktivität von Genen in neuronalen Vorläuferzellen einen neuen Einblick in die Entwicklung von Nervenzellen im Gehirn von Säugetieren gewonnen (J Neurosci 24, 2004, 5982).

Die Daten tragen dazu bei, die Entstehung neuer Neuronen im Gehirn Erwachsener besser zu verstehen. Darauf aufbauend erhoffen sich die Forscher dann neue Therapie-Ansätze für Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Morbus Alzheimer.

Mit Hilfe eines Chips haben die Forscher um Dr. Ulrike A. Nuber vom Max-Planck-Institut (MPI) für molekulare Genetik die Aktivität der Gene von fast 14 000 Zellklonen analysiert. Die Klone stammten von Vorläuferzellen, die die Forscher aus dem Gehirn von Mäusen sieben Tage nach der Geburt entnommen hatten.

Die Forscher entdeckten, daß manche Gene zunächst aktiv sind und später fast stummgeschaltet werden. Offenbar gestalten die Zellen mit Hilfe der zugehörigen Eiweißmoleküle ihre Umgebung im Gehirn.

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