Ärzte Zeitung, 29.09.2004

BUCHTIP

Wege aus der Streß-Sackgasse

Probleme mit dem Chef, Reibereien mit den Kollegen, ständiger Termindruck, Ärger mit den Kindern - all das erzeugt Streß. Ob Streß zur "Würze des Lebens" wird oder Schlafstörungen, Kopf- oder Magenschmerzen und das Burn-out-Syndrom verursacht, hängt wesentlich davon ab, wie der einzelne damit umgeht.

Wem die Bewältigung von Streß nicht gelingt, der kann sie lernen: mit einem Programm, das seit 20 Jahren erfolgreich angewandt wird und zu den präventiven Leistungen der Krankenkassen gehört. Jetzt liegt das Handbuch für Kursleiter überarbeitet vor, mit theoretischen Grundlagen und klar gegliedert.

So lernen die Kursteilnehmer etwa die Streßverstärker kennen: Perfektionismus, Einzelkämpfer-Mentalität, den Anspruch, es allen recht und alles selbst zu machen. Dann trainieren sie die drei Hauptwege aus dieser Sackgasse heraus. Erstens, praktische Maßnahmen ergreifen: Aufgaben delegieren, die Zeit gut einteilen, auch mal "nein" sagen.

Zweitens, umdenken: Leistungsansprüche überprüfen, Schwierigkeiten nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung erleben, innere Distanz wahren. Drittens, sich erholen: einem Hobby nachgehen, Freundschaften pflegen, Sport treiben.

Baustein für Baustein wird geübt, die beigefügte CD enthält Druckvorlagen für alle Materialien. Auch, wenn man nicht gleich mitmachen will: Dieses Buch liefert jedem Leser wertvolle Denkanstösse.

Gert Kaluza (Hrsg.), Stressbewältigung, Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung, Springer-Verlag, 2004, 269 Seiten, 22 Abbildungen, 34,95 Euro, ISBN 3-540-00868-3

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »