Ärzte Zeitung, 20.09.2004

BUCHTIP

Hilfen, um Ruhe und Entspannung zu finden

"Die legitime Tochter der Hypnose" nannte der Begründer J. H. Schultz das Autogene Training. Dessen zentralen Ziele sind Ruhe und Entspannung. Sie zu erreichen gelingt durch Einengung des Bewußtseins auf wenige Vorstellungen, Gefühle und Gedanken, der Weg dorthin heißt: konzentriertes Üben.

Ein Handbuch für die Praxis hilft dabei, diesen Weg zu beschreiten. Es richtet sich an Ärzte und Psychologen, die das Autogene Training in eine Psychotherapie oder die Behandlung psychosomatischer Erkrankungen einbauen wollen.

Eine Indikation besteht aber auch bei Gesunden, und zwar bei Personen mit leichten psychovegetativen Störungen - nach epidemiologischen Studien betrifft dies nahezu ein Viertel der Bevölkerung: Ihnen bietet diese Methode, wenn sie in Zeiten relativen Wohlbefindens erlernt wird, während körperlichen oder seelischen Ausnahmesituationen - zum Beispiel Schwangerschaft und Geburt - Beistand und Entlastung. Selbst bei rein organischen Erkrankungen kann sie wertvoll sein.

Zunächst beschreibt der Autor, der Nervenarzt und Psychoanalytiker Dr. Hartmut Kraft, die Grundlagen des Autogenen Trainings, darunter Wirkungsweise, Möglichkeiten des Mißbrauchs, Störungsquellen oder methodisch-didaktische Aspekte. Dann gibt er Hilfestellung für das praktische Vorgehen bei Gruppenkursen und Einzelsitzungen.

Die erste Ebene bildet dabei die Grundstufe mit den klassischen Elementen wie Schwere-, Wärme-, Atem-, Herz- oder Sonnengeflechtsübung. Es folgt das Autogene Training für Fortgeschrittene und schließlich die Autogene Imagination, die sich mit dem bildhaften Erleben während der Übungen beschäftigt.

Ergänzt wird das Buch durch ein Kapitel zur Supervision und eines mit Abrechnungstips sowie Internetadressen der wichtigen Fachgesellschaften. (ars)

Hartmut Kraft (Hrsg.), Autogenes Training, Handbuch für die Praxis, Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2004, 228 Seiten, broschiert, 34,95 Euro, ISBN 3-7691-0454-4

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