Ärzte Zeitung, 18.10.2004

Zug um Zug lassen sich Axone drastisch verlängern

Erkenntisse für künftige Therapie bei Nervenverletzungen

PHILADELPHIA (ple). In der Kulturschale ist es Forschern gelungen, durch kontinuierlichen, computergesteuerten mechanischen Zug Axone von Rattennerven drastisch zu verlängern. Nach Angaben der Arbeitsgruppe um den Neurochirurgen Professor Douglas Smith von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia hoffen die Forscher mit diesem Versuch Erkenntnisse zu gewinnen, die sich etwa zur Therapie bei Verletzungen des Rückenmarks und peripherer Nerven nutzen lassen.

Die Forscher starteten bei einer Axonlänge von nur zehn Tausendstel Meter (10 Mikrometer) und erreichten nach knapp zwei Wochen eine Länge von zehn Zentimetern, ohne daß die Stränge gerissen sind (The Journal of Neuroscience 24/36, 2004, 7978).

Die Axone wurden durch den Zug nicht nur besonders lang, sondern auch deutlich dicker. Smith: "Durch das extreme Wachstum werden die Nerven offenbar auch viel stärker, ohne daß es zu pathologischen Veränderungen im Inneren kommt." Elektronenmikroskopische Untersuchungen ergaben, daß das Innere der Axone ausreichend Stützstrukturen und Organellen enthielt.

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