Ärzte Zeitung, 06.10.2005

FOLGE 1

Befürworter des Determinismus

Prominente Hirnforscher wie die Professoren Gerhard Roth aus Bremen oder Wolf Singer aus Frankfurt/Main vertreten die Ansicht, daß alle Leistungen des Gehirns, seien sie kognitiver, perzeptiver, affektiv-emotionaler oder motorischer Art, nach beobachtbaren Naturgesetzen, also determiniert ablaufen.

 

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Die schöne neue Welt der Neurowissenschaftler

Gegner des Determinismus
  Lesen Sie dazu Folge 2:
 

Was Philosophen im Reich der Synapsen suchen

  Lesen Sie dazu Folge 3:
  Wie das Wechselspiel von Hirn und Welt zu deuten ist
  Drei Denkansätze in der Hirnforschung

"Wir neigen dazu", so Singer, "eine von neuronalen Prozessen unabhängige Instanz anzunehmen, die neuronalen Abläufen vorgängig ist: Eine Instanz, die sich Sinnessignale und Speicherinhalte bewußt machen kann, daraus Schlüsse zieht, eine Option als gewollt identifiziert und diese dann in Handlung umsetzt." Dies aber widerspreche allen Erkenntnissen der Neurobiologie. Die Deterministen zweifeln die Handlungsfreiheit an, die zwei Komponenten hat:

  • Das bewußte Ich ist Träger aller Wünsche, Vorstellungen und Handlungspläne
  • Das Ich hätte, wenn es gewollt hätte, auch anders handeln können.

Das Ich, so Roth, sei eine Instanz, die ihren Produzenten, das Gehirn, leugnet. Wir seien daher Weltmeister darin, rückwirkend unseren Handlungen Intentionen zuzuschreiben. Der evolutionäre Zweck des Ichs ist für Roth nur ein Hilfsmittel der Selbstvergewisserung, ein "Werkzeuge für das Unbewußte, komplexe Situationen besser zu meistern". (fst)

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