Ärzte Zeitung, 13.07.2006

Gehirn kann sich jahrelang nach Schaden regenerieren

Koma-Patienten mit bildgebenden Verfahren untersucht

ANN ARBOR (ddp.vwd). Zerstörte Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn können sich über längere Zeit erneuern als gedacht. Das haben US-Forscher bei einem Patienten entdeckt, der nach 19 Jahren im Koma wieder aufgewacht ist und anschließend sprechen konnte.

Fasernverlauf im Gehirn bei einem Patienten nach 19 Jahren Koma. Foto: Henning Voss, Weill Cornell Citigroup Biomedical Imaging Center

Im Jahr 2003 erwachte der US-Amerikaner Terry Wallis völlig überraschend aus einem komatösen Zustand, der 19 Jahre zuvor durch eine Gehirnverletzung ausgelöst worden war. Er konnte nach dem Erwachen wieder sprechen und sich bewegen.

Forscher haben nun mit bildgebenden Verfahren die Gehirne von Wallis, von einem anderen Koma-Patienten, dessen Zustand nach sechs Jahren unverändert war, sowie von 20 gesunden Menschen untersucht (Journal of Clinical Investigations 116, 2006, 2005).

Die Forscher stellten fest, daß die Nervenfasern im Gehirn von Wallis einen aktiveren Stoffwechsel hatten als bei dem anderen Koma-Patienten, wenn auch nicht ganz so aktiv wie bei gesunden Menschen.

Die Wissenschaftler folgerten daraus, daß sich zerstörte Nervenverbindungen über die Jahre hinweg wieder neu gebildet hatten und es Wallis ermöglichten, wieder zu sprechen und sich zu bewegen. Bisher war man davon ausgegangen, daß sich Nervenzellen nur innerhalb einiger Wochen nach einem Unfall neu verknüpfen können.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromissvorschlag wieder zurückgezogen

Kaum verkündet, ist der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Die genauen Gründe sind unklar. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »