Ärzte Zeitung, 02.10.2006

Die Tricks des Gehirns bei Suche nach Gegenständen

Einen bestimmten Gegenstand in einer Masse von Dingen schnell zu finden, ist meist kein Problem. Welche Tricks unser Gehirn beim Suchen anwendet, konnte jetzt ein Forscherteam an der Universität Leipzig klären.

Die Wissenschaftler um Professor Matthias Müller fanden heraus, daß sich das menschliche Gehirn zunächst auf ein bestimmtes Merkmal des gesuchten Gegenstandes konzentriert und dann die Hirnregionen voraktiviert, die dieses Merkmal verarbeiten.

Wie es Menschen gelingt, in einer Welt voll von Objekten, ganz bestimmte Dinge zu finden, war bislang unklar. Schließlich ist das gar nicht so einfach: Denn würde man jeden Gegenstand einzeln nacheinander betrachten, bräuchte man Stunden, um in einer unordentlichen Wohnung seine rote Mütze zu finden.

Wie die Wissenschaftler herausfanden, hat das Gehirn stattdessen eine parallele Suche entwickelt. "Dabei bedient sich das Gehirn eines Tricks", sagt Müller. "Es ruft sich Merkmale des Gegenstandes ins Gedächtnis und sucht dann gleichzeitig alle Gegenstände gezielt danach ab."

So findet man seine rote Mütze im Chaos nur deshalb, weil man zunächst, mehr oder weniger unterbewußt, nur auf das Merkmal ,rot‘ achtet. Was genau bei dieser parallelen Suche im menschlichen Gehirn abläuft, konnten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben erstmals in einer EEG-Studie zeigen. (ddp.vwd)

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