Ärzte Zeitung, 14.11.2006

Ein kleines Gerät mißt die Variabilität der Herzfrequenz und mehr

Der HeartMan mißt mehrere Körperrhythmen über 25 Stunden / Das Ergebnis der Auswertung sind AutoChrone Bilder

Die rhythmische Ordnung des Körpers drückt sich auch aus in der Variabilität der Herzfrequenz. "Eine hohe Herzfrequenzvariabilität ist ein Zeichen für Vitalität und Gesundheit", erklärt der Nürnberger Hausarzt Dr. Frank Meyer. "Das heißt, die Herzfrequenz ist nicht starr, sondern schwingt rhythmisch um einen Mittelwert." Bei verschiedenen Krankheiten, etwa bei diabetischer Neuropathie oder Krebs, aber auch bei Streß, werde eine eingeschränkte Herzfrequenz-Variabilität beobachtet.

Ausschnitt eines AutoChronen Bildes einer 27jährigen Frau: Die Messungen deuten auf einen guten Schlaf. Abb.: HeartBalance

Ein neues Gerät, die Variabilität der Herzfrequenz zu messen, ist der HeartMan, den die Firma HeartBalance® in Graz, eine Tochter des anthroposophischen Unternehmens Weleda, entwickelt hat. Das kleine Gerät (70mm x 55mm x 17mm) wird mit drei Elektroden am Oberkörper befestigt.

Es ist nach Angaben des Unternehmens ein einkanaliger, hochauflösender EKG-Rekorder, der Herzschlagintervalle über 25 Stunden exakt aufzeichnet. Doch das Gerät könne noch mehr, so Meyer: Es dokumentiere auch zum Beispiel den Atemrhythmus, den Blutdruck oder den Schlafrhythmus über die 25 Stunden.

Ausschnitt des AutoChronen Bildes eines 38jährigen Mannes, der schlecht geschlafen hat.

Die Daten werden über Chip in den Computer eingegeben und an das Unternehmen in Graz zur Auswertung geschickt. Ergebnis ist ein sogenanntes AutoChrones Bild. Diese Bilder geben Auskunft über den basalen Ruhe-Aktivitätszyklus über die gemessenen 25 Stunden. Das Signal wird in drei Dimensionen dargestellt: Abszisse = Zeit, Ordinate = Frequenz, Farbe = Amplitude.

Anhand der AutoChronen Bilder können Ärzte erkennen, wann ein Patient unter Streß steht und ob er irgendwann am Tag zur Ruhe kommt. "Was ich sehr faszinierend finde, ist, daß die Bilder auch die nächtlichen Tiefschlafphasen darstellen und zeigen, wie die Schlafarchitektur beschaffen ist - quasi ein Schlaflabor im Westentaschenformat", sagt Meyer. Denn solche Messungen werden sonst im Schlaflabor gemacht unter Bedingungen, die bereits Streß erzeugen können.

AutoChrone Bilder zu lesen, ist allerdings nicht einfach. Das ist so komplex wie bei einem EKG, und man muß es lernen. Das Unternehmen bietet Kurse an.

Der HeartMan wird vor allem im Coaching, aber auch in Krankenhäusern, etwa in Rehakliniken, benützt. Meyer setzt ihn auch in der Praxis ein - mit Erfolg. Einer Patientin mit fortgeschrittener diabetischer Neuropathie, Blutdruck-Schwankungen und häufigen Blutzucker-Entgleisungen etwa hat er das Gerät mitgegeben.

"Da konnte ich zeigen, daß einmal am Tag eine gute Synchronisation aufgetreten war, und das war am Nachmittag während der Gartenarbeit. Das war eine rhythmische Tätigkeit, die sie außerordentlich gern verrichtete. Man konnte sehen, wie sich die Herzfrequenzvariabilität verbesserte, dadurch der Organismus erfrischt und die gesundenden Rhythmen wieder stabilisiert wurden. Diese nachweisbare Verbesserung der Vitalität war für mich der Grund, ihr den Rat zu geben, dieses Hobby nicht nur beizubehalten, sondern es weiter auszubauen und möglichst täglich im Garten zu arbeiten." (ug)

Der HeartMan mit Auswertesoftware kostet 7500 Euro (unverbindlicher Richtpreis).

Interessenten wenden sich an: Dr. Remy Stoll oder Dr. Franziska Muhry
HeartBalance AG, Niederlassung Graz
Reininghausstraße 13a/I/19
A-8020 Graz
Telefon: 00 43/ 316 / 225 144
Fax: 00 43 / 316 / 225 146
E-Mail: technik@heartbalance.com
Internet: www.heartbalance.org

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