Ärzte Zeitung, 11.09.2007

MHH-Zentrum für Patienten mit Bewegungsstörung

Sechs Abteilungen kooperieren

HANNOVER (grue). Sechs Abteilungen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben vor kurzem ein Kompetenzzentrum für Patienten mit Störungen im Bewegungsapparat gegründet. Komplexe Erkrankungen werden schneller erkannt, da alle nötigen Untersuchungen an einem Tag gemacht werden können. Zudem erhalten die Patienten eine ambulante interdisziplinäre Therapie.

Das neue Kompetenzzentrum Bewegungssystem (CEB) wird nach Angaben von MHH-Professor Reinhold Schmidt aus vorhandenen MHH-Mitteln finanziert und soll Patienten die Odyssee von Arzt zu Arzt ersparen. Denn Störungen am Bewegungsapparat haben oft multifaktorielle Ursachen und erfordern in Diagnostik und Therapie das Zusammenspiel mehrerer Fachrichtungen. In dem Verbund arbeiten die Abteilungen für Rheumatologie, Orthopädie, Unfallchirurgie, Neurochirurgie, Physikalische Medizin zusammen mit der Schmerzambulanz.

Patienten können vom Hausarzt oder Facharzt direkt an das Kompetenzzentrum überwiesen werden und bekommen dort einen Termin, an dem sämtliche Untersuchungen an einem Tag angeboten werden. Ansprechpartner für Patienten ist ein einzelner Klinikarzt, der bei Bedarf auch weitere Abteilungen hinzuzieht oder eine stationäre Aufnahme veranlasst. Das koordinierte Vorgehen soll die Diagnostik abkürzen und so die Kosten für den erhöhten Personalaufwand letztlich wieder einspielen. In einer einjährigen Testphase habe sich das Konzept bereits bewährt, so Schmidt.

Auch den Studenten könne in dem Zentrum die stufenweise Diagnostik komplexer Krankheiten am Bewegungsapparat gut vermittelt werden. Beispiele sind chronische Schmerzsyndrome nach komplizierten Frakturen oder anhaltende Bewegungsstörungen nach Implantation von Endoprothesen. Das Kompetenzzentrum veranstaltet regelmäßig interdisziplinäre Fallkonferenzen, in denen die einzelnen Krankheitsverläufe besprochen werden. Der überweisende Arzt wird in die Arbeit eingebunden. Derzeit können noch weitere Patienten kurzfristig aufgenommen werden.

Das Kompetenzzentrum ist unter Tel.: 0511/5 32 30 14 erreichbar.

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