Ärzte Zeitung, 18.09.2007

Wenn die Beine nicht zur Ruhe kommen

Aktion "RLS on Tour" mit Infos und ärztlicher Beratung

FRANKFURT/MAIN (Smi). Quälendes Jucken und Kribbeln in den Beinen meist abends oder nachts - vier bis acht Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einem solchen Missempfinden mit dem bezeichnenden Namen Restless-Legs-Syndrom (RLS). Diagnostiziert wird die Erkrankung dennoch recht selten. Hier setzt die Aktion "RLS on Tour" ein, die jetzt in Frankfurt am Main Station gemacht hat.

Der Arzt André Scherres informiert Rat suchende RLS-Patienten. Foto: Smi

In großen schwarzgelben Zelten können sich Patienten und Passanten über das Krankheitsbild informieren. Auf Schautafeln erfahren sie, durch welche Symptome sich RLS äußert und auch, welche Hausmittel und welche Medikamente helfen. In einem Dokumentarfilm, der in einem der Zelte gezeigt wird, kommen zudem Betroffene zu Wort, Neurologen erläutern Symptome und Therapie. Für eine anschließende Diskussionsrunde steht ein Experte bereit, der die Fragen der Zuschauer vor Ort beantwortet.

Zur selben Zeit nehmen sich zwei seiner Kollegen in separaten Räumen Zeit für persönliche Gespräche mit Patienten. Einer von ihnen ist André Scherres, der als Arzt in einer neurologischen Abteilung eines Frankfurter Klinikums arbeitet. "Viele Patienten kommen ganz gezielt zu uns", sagte Scherres der "Ärzte Zeitung". "Sie haben entweder über die RLS-Selbsthilfegruppe oder durch Flyer in ihrer Apotheke von der Tour erfahren." Darüber hinaus gebe es aber auch viele Passanten, die aus Neugierde reinschauen, verweilen und von denen einige dann ihre eigenen Beschwerden in den beschriebenen Symptomen wieder erkennen.

"Vorhin war eine Geschäftsfrau hier, die erzählte, dass sie oft erst um drei Uhr morgens einschläft, nachdem sie stundenlang durch ihre Wohnung getigert ist", erzählt der Neurologe. Scherres und seine Kollegen nehmen sich während der Infotage für jeden Rat Suchenden durchschnittlich zehn Minuten Zeit. Am Ende bekommen die Patienten die Telefonnummer einer RLS-Selbsthilfegruppe, die auf Wunsch Kontakte zu einem auf RLS spezialisierten Neurologen vermittelt.

Wie wichtig entsprechende Aufklärungskampagnen sind, verdeutlichte erst kürzlich eine Erhebung in Hausarztpraxen. Ergebnis: Nur etwa jeder sechste Bürger, der an RLS leidet, weiß auch davon. Dies möchte die Info-Tour, eine von Roche Pharma initiierte Aktion, ändern. Das RLS-Mobil ist dazu bereits zum dritten Mal in Folge unterwegs. In diesem Jahr macht es in acht Städten Station.

Stationen der Info-Tage und weitere Infos unter www.rls-mobil.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »