Ärzte Zeitung online, 07.08.2008

Gebacken - aber nicht gegrillt schützt Fisch das Hirn

KUOPIO (mut). Viel Fisch schützt offenbar vor Schlaganfall und Demenz - allerdings nur, wenn man den Fisch nicht grillt. Darauf weisen jetzt Forscher aus Finnland und den USA hin.

Foto: Robert Owen-Wahl© www.fotolia.de

Die Wissenschaftler hatten die Gehirne von über 3600 Personen - allesamt älter als 65 Jahre - per MRT auf Läsionen hin untersucht, wie sie für stumme Hirninfarkte typisch sind. Solche Läsionen finden sich bei etwa 20 Prozent aller älteren Menschen. Sie können zu Gedächtnisproblemen und Demenz führen oder einem Schlaganfall vorausgehen.

Die Teilnehmer wurden nach ihrem Fischkonsum befragt und fünf Jahre später erneut untersucht. Das Ergebnis: Bei Teilnehmern, die mindestens dreimal pro Woche Fische mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren aßen, war die Rate für stumme Hirninfarkte um ein Viertel niedriger als bei Fischverächtern. Zu den Fischen mit hohem Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zählen Thunfisch, Makrelen, Forellen, Hering, Sardinen sowie Sardellen.

Eine Fischmahlzeit pro Woche war immerhin noch mit einem 13 Prozent reduzierten Risiko für einen stummen Infarkt verbunden, berichten die Forscher um Dr. Jyrki Virtanen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Neurology" (71, 2008, 439).

Allerdings gab es dabei eine Einschränkung: Ähnlich viele stumme Infarkte wie Fischabstinenzler hatten auch solche Teilnehmer, die ihren Fisch gebraten oder gegrillt bevorzugten, schreibt Virtanen. Omega-3-Fettsäuren zersetzen sich schnell bei hohen Temperaturen. Dies könnte der Grund dafür sein, weshalb nur gebackener, nicht aber gegrillter Fisch das Hirn schützt.

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