Ärzte Zeitung online, 27.08.2008

Bahnhofsmissionen zählen immer mehr psychisch Kranke

KÖLN (dpa). Immer mehr psychisch kranke Menschen in Deutschland suchen in Bahnhofsmissionen ersten Rat. Zwischen 2003 und 2007 habe sich die Zahl dieser Hilfesuchenden von 155 000 auf knapp 170 000 erhöht.

Beratung und seelsorgerische Gespräche hätten sich deutlich ausgeweitet, sagte der Bundesgeschäftsführer der Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission, Christian Bakemeier, in Köln.

Insgesamt blieb die Zahl der Menschen, die im vergangenen Jahr eine von 99 Bahnhofsmissionen in Deutschland aufsuchte, mit 2,3 Millionen aber konstant. Auch die Zahl der gebotenen Hilfeleistungen sei mit 5 Millionen relativ stabil gewesen.

Besondere soziale Schwierigkeiten, Sucht, Wohnungsnot, Armut, Verschuldung oder Einsamkeit seien die wichtigsten Gründe, warum Menschen Hilfe in den Bahnhofsmissionen suchten. "Sie kommen, um sich vom Leben auf der Straße auszuruhen", sagte Bakemeier. Auch für geschlagene und misshandelte Frauen böten die Missionen, die eng mit Frauenhäusern zusammenarbeiten, einen Schutzraum.

Die Bahnhofsmission ist die älteste ökumenische Organisation in Deutschland. Zugleich sieht sie sich als einen Knotenpunkt im sozialen Netz. In der mehr als 100 Jahre alten kirchlichen Hilfsorganisation arbeiten bundesweit 200 hauptamtliche und 2000 ehrenamtliche Mitarbeiter. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Unterstützung von Bahnpassagieren wie beispielsweise allein reisender Kinder.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »