Ärzte Zeitung online, 10.10.2008

Mehr als zwei Millionen leiden unter Störungen wie Tics und ADHS

HANNOVER (dpa). Psychische Störungen wie ADHS, Tic und Zwang haben Gemeinsamkeiten, die aus medizinischer Sicht zusammenhängend erforscht und diagnostiziert werden sollten. Wie Privatdozentin Kirsten Müller-Vahl zum Start eines Kongresses an der Medizinischen Hochschule Hannover berichtete, könne sich daraus für Patienten eine bessere Vorsorge ergeben.

Rund 600 Experten beraten auf der fachübergreifenden Tagung über Ursachen, Therapien und Diagnosemöglichkeiten von Zwangskrankheiten, dem Tourette-Syndrom und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS). Diese treten oft kombiniert miteinander auf.

Deutschlandweit leiden Schätzungen zufolge etwa zwei bis vier Prozent der Bevölkerung an ADHS - das sind mehr als zwei Millionen Menschen. Sie lassen sich meist leicht ablenken, handeln impulsiv, ohne vorher nachzudenken und sind ungeschickt und zappelig. ADHS tritt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auf. Bei diesen Patienten könne es zum Teil zu Tic- oder Zwangsstörungen kommen.

Ebenso sei es möglich, dass Patienten mit Tourette-Syndrom oder Zwangsstörungen auch unter ADHS leiden, sagte Privatdozent Martin Ohlmeier, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Kassel. Eine Zwangsstörung ist beispielsweise der sehr häufige Drang zum Händewaschen. Das Tourette-Syndrom hingegen zieht unwillkürliche Muskelzuckungen oder Lautäußerungen nach sich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »