Ärzte Zeitung online, 22.12.2008

Prionen wichtig für Geruchswahrnehmung

NEW YORK (hub). Prionen verursachen nicht nur Rinderwahn (BSE), Scrapie bei Schafen und beim Menschen eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD). Die Eiweiße sind offenbar auch für die Geruchswahrnehmung wichtig.

Diesen Zusammenhang haben jetzt Forscher aus den USA und der Schweiz entdeckt. Sie haben normale Wildtypmäuse mit Mäusen verglichen, bei denen bestimmte Gene ausgeschaltet wurden, sodass die Tiere in ihren Riechkolben keine Prione bilden (Knock-Out-Mäuse).

Mäuse beider Gruppen mussten in einem Test Kekse finden. Hier waren die Knock-Out-Mäuse wesentlich langsamer als der Wildtyp: In einem Test etwa brauchten die normalen Mäuse im Median 73 Sekunden zum Finden der Leckerei, die Knock-Out-Mäuse hingegen 233 Sekunden (Nature Neuroscience online). Die Forscher folgern daraus, dass bei den Knock-Out-Mäusen der Geruchssinn eingeschränkt ist.

Bestätigt wird diese Annahme durch einen weiteren Versuchsansatz: Werden die Knock-Out-Mäuse genetisch so verändert, dass sie wieder Prionen bilden, hebt das die reduzierte Geruchswahrnehmung wieder auf.

Der Abstract der Studie "Olfactory behavior and physiology are disrupted in prion protein knockout mice"

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