Ärzte Zeitung, 06.02.2009

Sprachstörungen bei Jungs häufiger als bei Mädchen

BERLIN (dpa). Jungen haben nach Daten einer AOK-Erhebung häufiger Sprachstörungen oder motorische Probleme als Mädchen. Unter den bei der AOK versicherten Sechsjährigen habe 2007 mehr als jeder fünfte Junge (21 Prozent) eine Sprachtherapie erhalten, berichtet das Wissenschaftliche Institut der AOK in Berlin aus dem Heilmittel-Bericht 2009. Bei den Mädchen war es nur rund jede Siebte (15 Prozent). In Ergotherapie befanden sich etwa 13 Prozent der sechsjährigen Jungen, aber nur 5,4 Prozent der gleichaltrigen Mädchen. Eine Ursache für den Unterschied sei vermutlich, dass Jungen sich weniger bewegten, sagte der stellvertretende Institutsleiter Helmut Schröder. Sie säßen häufiger vor Fernseher oder Computer. Möglicherweise mache sich bei ihnen auch deutlicher bemerkbar, dass sich Kinder zuhause häufig nicht richtig austoben könnten. Allgemein würden seit Jahren immer mehr Sprach- und Ergotherapien verschrieben - bei Jungen wie bei Mädchen.

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