Ärzte Zeitung online, 13.02.2009

Schweiz schiebt "Mann ohne Gedächtnis" ab

ZÜRICH (dpa). Der "Mann ohne Gedächtnis" ist aus der Schweiz in seine britische Heimat abgeschoben worden. Das Migrationsamt des Kantons Zürich bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte.

Schweiz schiebt "Mann ohne Gedächtnis" ab

Der "Mann ohne Gedächtnis" wird Karl Frankfurt genannt und lebt zur Zeit in einem Altenheim in Heiligkreuzsteinach im Odenwald.

Foto: dpa

Der 61-Jährige, psychisch Kranke Mann namens "Karl" wurde in Begleitung von zwei Schweizer Beamten nach London geflogen, sagte eine Sprecherin der Behörde. Der gebürtige Schotte mit dem richtigen Namen Norman MacMullan war im Dezember aus einem Altenheim verschwunden und im Januar plötzlich in Zürich aufgetaucht. Dort lebte er in einer Psychiatrie.

Die Abschiebung aus der Schweiz begründete die Sprecherin mit einer fehlenden Aufenthaltsgenehmigung. "Er war reisefähig und wurde in London von einem Care-Team in Empfang genommen", sagte sie. "Karl" war vor zweieinhalb Jahren in Mannheim aufgetaucht und hatte sich weder an seine Herkunft noch an seinen Namen erinnern können. Nach Krankenhausaufenthalten wurde er schließlich in dem Heim im Odenwald untergebracht.

Zuvor hatte er freiwillig fünf Jahre in einer Psychiatrie in Edinburgh gelebt. Er war plötzlich aus dem Heim im Odenwald verschwunden, als er aus finanziellen Gründen abgeschoben werden sollte. Für seine Unterbringung und Betreuung fehlten den Angaben zufolge monatlich 1200 Euro.

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