Ärzte Zeitung online, 18.03.2009

Angehörige von Mafia-Bossen leiden unter Persönlichkeitsstörungen

ROM (dpa). Angehörige von italienischen Mafia-Bossen leiden häufig an Beklemmungen und Persönlichkeitsstörungen, wie eine Studie der Universität Palermo herausfand.

Der Leiter der Untersuchung, Girolamo Lo Verso, wertete mit einem Team aus Psychologen 15 Jahre lang die Krankenakten von 81 Angehörigen hochrangiger Mitglieder der Cosa Nostra, der Camorra und der 'Ndrangheta aus, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Dienstag berichtete. Demnach leiden 20 Prozent der Angehörigen von Mafiosi an Beklemmungen und Angstzuständen, bei 17 Prozent wurde eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.

"Diese Personen sind Opfer einer tiefgreifenden Identitätskrise, weil sie ähnlich wie Fundamentalisten in ihrem Leben keine Widersprüchlichkeiten akzeptieren. Sobald etwas passiert, das ihr Weltbild ins Wanken bringt, fallen sie in ein tiefes Loch", sagte Lo Verso. Die Studie "Die Psychologie der organisierten Kriminalität im Süden Italiens" wird am 21. März in der sizilianischen Zeitschrift "S" veröffentlicht.

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