Ärzte Zeitung online, 25.05.2009

Gesunde Ernährung ist auch "Gehirndoping"

MÜNSTER (dpa). Sudoku, Rätsel und ein reges Sozialleben sind als Fitmacher für den Geist mittlerweile weithin bekannt. Eine gesunde Ernährung hingegen oder gar zeitweises Fasten als eine andere Form von "Gehirndoping" wird aus Expertensicht oft zu wenig beachtet. "Kalorienbegrenzung und viele ungesättigte Fettsäuren etwa in Fisch oder Leinsamen beugen nachlassenden Gehirnfunktionen ebenfalls vor", sagte Professor Hansdetlef Wassmann von der Universitätsklinik Münster.

Auch das Demenz- oder Schlaganfall-Risiko lasse sich mit richtiger Ernährung eindämmen. Grundlage der Erkenntnisse seien vor allem tierexperimentelle Untersuchungen. Diese hätten ergeben, dass mit weniger Kalorien und regelmäßigem Fasten die Widerstandsfähigkeit des Gehirns gegenüber Energie-Mangelzuständen steigt: "Bei solchen Mangelzuständen handelt es sich meist um Durchblutungsstörungen, und die können Auslöser etwa von Schlaganfällen und Hirnfunktionsstörungen sein. Das Gehirn bekommt nicht ausreichend Sauerstoff und Glucose, weil die Blutbahnen nicht ausreichend transportieren."

Die Vermutung liege nahe, dass dies auch beim Menschen so ist, sagte der Mediziner und Direktor der Klinik für Neurochirurgie. Beobachtungen an gesunden älteren Menschen und Gedächtnistests hätten bereits gezeigt, dass kalorienreduzierte Kost und eine an Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung die Signalweiterleitung im Gehirn ankurbelt: "Die Lernfähigkeit im Alter bleibt länger erhalten, beziehungsweise dem altersbedingten Gehirnabbau wird entgegengewirkt." Weitergehende Erkenntnisse, ob und wie der Mensch vom Fasten profitiert, verspreche man sich auch von Untersuchungen in Ländern, wo der islamische Fastenmonat Ramadan gang und gäbe ist.

Klar ist laut Wassmann schon jetzt, dass gesunde und kalorienarme Ernährung die Hirngefäße elastisch hält und für eine insgesamt bessere Hirndurchblutung sorgt: "Und damit steigen auch die Leistungsfähigkeit, die Denk- und Merkfähigkeit des Gehirns", sagte der Experte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »