Ärzte Zeitung online, 12.03.2010

Experten fordern Hilfe für Angehörige nach Suizid

GÜNZBURG (dpa). Jährlich erleiden rund 60 000 Menschen in Deutschland den Suizid eines nahestehenden Menschen. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) anlässlich ihrer wissenschaftlichen Tagung in Günzburg bei Augsburg aufmerksam.

Experten vermuten, dass zudem jedes Jahr deutlich mehr als eine halbe Million Bürger mit einem Menschen in Beziehung kommen, der Selbsttötungs-Gedanken hat oder plane, sich das Leben zu nehmen, hieß es am Freitag auf der Tagung. Für diesen Kreis von Betroffenen gebe es in Deutschland fast keine Hilfsangebote. Sie seien oft mit Fragen, "was kann ich tun, mit wem kann ich darüber sprechen, wie kann ich selbst mit der belastenden Situation umgehen" überfordert.

Etwa 10 000 Menschen nehmen sich pro Jahr das Leben. Bei der großen Anzahl von Selbsttötungen gerät laut DGS aus den Augen, dass jeder Suizid eine Lücke in das Leben anderer Menschen reiße. Nach einer Schätzung der WHO sind von jedem Suizid sechs weitere nahestehende Menschen betroffen. Oft benötigten diese Menschen selbst Unterstützung. Noch immer würden sie in ihrer Umwelt aber auf eine Mauer des Schweigens treffen.

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