Ärzte Zeitung, 26.10.2010

Schädel-Hirn- Trauma wirkt noch lange nach

MARBURG (eb). Leichte Gehirnerschütterungen haben gravierende Langzeitwirkungen, hat eine Studie von Medizinern und Psychologen aus Marburg und Münster ergeben. Der Studie zufolge leiden die Betroffenen noch nach sechs Jahren unter erheblichen Beeinträchtigungen ihrer kognitiven Fähigkeiten (Psychological Medicine 2010, online).

Das interdisziplinäre Autorenteam um Dr. Carsten Konrad von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Marburg hat Patienten mit leichtem Schädel-Hirn-Trauma psychiatrisch, neuropsychologisch und mittels MRT untersucht.

Das Ergebnis: Die Betroffenen zeigten nach im Durchschnitt sechs Jahren mittelstarke bis starke Beeinträchtigungen in verschiedenen neuropsychologischen Bereichen wie Lernen, Gedächtnis, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen. Auch depressive Symptome waren häufiger. Bei Probanden, die kein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatten, zeigte sich kein derartiger Befund. Die Ursachen der Langzeitwirkung sind unbekannt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromissvorschlag wieder zurückgezogen

Kaum verkündet, ist der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Die genauen Gründe sind unklar. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »