Ärzte Zeitung online, 28.12.2010

Versorgung psychisch kranker Kinder in Sachsen wird unter die Lupe genommen

DRESDEN (eb). Forscher der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus haben den Auftrag, eine Erhebung zur Versorgungslage im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im Freistaat vorzunehmen.

Die Versorgungslage im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sei in den letzten Jahren in Deutschland immer wieder kontrovers diskutiert worden, insbesondere wenn jugendliche Patientinnen und Patienten in Gewaltkriminalität und ‚Amokläufe‘ verwickelt waren, teilt die Technische Universität Dresden mit. Das Zusammenspiel innerhalb der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie von ambulanter und stationärer Versorgung, die Kooperation zwischen Schule, Elternhaus, Jugendamt, Strafverfolgungsbehörden und anderen involvierten Organisationen sowie die Mischfinanzierung dieses Versorgungssektors durch Krankenversicherung, kommunale Jugendhilfe sowie Landesbehörden werde oft als Problem wahrgenommen.

Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz führt jetzt eine Arbeitsgruppe um Professor Joachim Kugler mit der Diplom-Psychologin Katrin Konrad, der Diplom-Soziologin Julia Schellnock, mit Adrienne Ambrus und Carolin Zettler am Lehrstuhl für Gesundheitswissenschaften/ Public Health der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden ein Forschungsprojekt zum "Aktuellen Stand der kinder- und jugendmedizinischen Versorgung in Sachsen und mögliche Entwicklungen aus ärztlicher und patientenorientierter Sicht" durch. Die Studie läuft noch bis Ende Februar 2011.

Im Mittelpunkt des Projektes steht das Fachgebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, wobei die Fachärzte dieser Disziplin zu ihrer Wahrnehmung der Versorgungssituation sowie zu Chancen und Herausforderungen interviewt werden. Darüber hinaus werden Beratungsstellen für Kinder- und Jugendliche sowie Einrichtungen der Jugendhilfe schriftlich befragt.

Ziel sei es, aufbauend auf der Darstellung zur aktuellen Versorgungslage im ambulanten und stationären kinderpsychiatrischen und -psychotherapeutischen Bereich in Sachsen, fundierte Überlegungen für eine bedarfsgerechte Versorgung abzuleiten und Möglichkeiten zum Überwinden der derzeitigen unbefriedigenden Situation herauszuarbeiten.

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