Ärzte Zeitung, 15.02.2011

Langeweile im Job kann psychisch krank machen

DAK-Report: Viele junge Menschen fühlen sich im Beruf unterfordert

BERLIN (sun). Unterforderung im Job macht krank - psychisch krank. Das belegen aktuelle Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreports. Demnach bekommen viele junge Arbeitnehmer aufgrund von Langweile in ihrem Berufsleben Depressionen.

Langeweile im Job kann psychisch krank machen

Etwa 60 Prozent der 3000 befragten jungen Arbeitnehmer gaben an, sie könnten mehr leisten, als in ihrem Beruf verlangt werde. Experten warnen davor, dass junge Menschen motiviert in den Beruf einsteigen und sich dann durch betriebliche Vorgaben ausgebremst fühlen.

"Die meisten jungen Menschen fühlen sich in ihrem Beruf unterfordert", sagte DAK-Chef Dr. Herbert Rebscher anlässlich der Vorstellung der Studienergebnisse in Berlin. Die jungen Arbeitnehmer wollten ihr Potenzial ausschöpfen.

In den Betrieben sei allerdings noch zu wenig bekannt, wie sich Unterforderung auf die Psyche auswirken könne. Es lohne sich auch ökonomisch, junge Arbeitnehmer gezielt am Arbeitsplatz anzusprechen und zu motivieren, da jeder Krankheitstag den Arbeitgeber Geld koste.

Auch Psychotherapeuten warnen immer wieder davor, dass Langeweile zu Depressionen führen könne. "Auch Unterforderung kann eine Stressquelle sein", sagte der Vorsitzende der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung, Dieter Best, der "Ärzte Zeitung".

Dies sei vor allem dann der Fall, wenn sich der Betroffene Arbeitnehmer der Situation hilflos ausgeliefert fühle. Dieses Gefühl könne zum Beispiel durch starre Hierarchien ausgelöst werden.

Vor allem in kleineren Betrieben sei der Ansatz, psychische Risikofaktoren wie zum Beispiel unklare Anforderungen zu identifizieren, "noch recht wenig entwickelt".

Lesen Sie dazu auch:
Langeweile im Job kann psychisch krank machen
Junge Arbeitnehmer suchen Rat beim Arzt

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Ausgebremste Nachwuchskräfte

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »