Ärzte Zeitung online, 29.07.2011

Psychisch krank: HUK-Coburg verkürzt Wartezeiten

Der private Krankenversicherer HUK-Coburg nimmt sich die psychischen Erkrankungen vor. Für Betroffene wurde jetzt ein spezielles Paket geschnürt: acht Kliniken sind mit an Bord, kürzere Wartezeit inklusive. Das Ziel ist eine integrierte Versorgung für die Psychotherapie.

Psychisch krank: HUK-Coburg verkürzt Wartezeiten

HUK-Coburg Krankenversicherung: Durch Kooperationsvereinbarungen mit speziellen Kliniken soll eine integrierte Versorgung für Psychotherapie entwickelt werden.

© dpa

KÖLN (iss). Die HUK-Coburg Krankenversicherung setzt bei der Versorgung ihrer Versicherten mit psychischen Erkrankungen verstärkt auf das Leistungsmanagement.

Kooperationsvereinbarungen mit spezialisierten Kliniken will der Versicherer mittelfristig durch Konzepte der integrierten Versorgung ergänzen, um auch die ambulante Versorgung einzubeziehen.

Die HUK-Coburg Kranken ist gemessen an der Zahl der Vollversicherten die Nummer neun im PKV-Markt, nach den Prämieneinnahmen die Nummer elf.

Das Unternehmen arbeitet in verschiedenen Bereichen mit Leistungserbringern zusammen und hat inzwischen nach eigenen Angaben 71 Kooperationspartner.

Verträge bereits mit acht Kliniken

Vor einem halben Jahr hat der Versicherer mit acht Kliniken in verschiedenen Regionen Verträge zur Versorgung von Versicherten mit psychischen Erkrankungen abgeschlossen, zum Teil reine Privatkliniken. Sie bieten den Kunden der HUK-Coburg Kranken besondere Komfortleistungen wie kostenfreien Internetzugang.

Vor allem aber haben sie zugesagt, die häufig langen Wartezeiten zu reduzieren und Patienten innerhalb von vier bis sechs Wochen aufzunehmen.

"Oftmals geht es auch schneller", sagt Andy Ruck, Teamleiter im Leistungsmanagement des Versicherers. Beihilfeberechtigte Versicherte, die keine Chefarzt-Behandlung in ihrem Versicherungsschutz haben, erhalten in den Kliniken einen festen ärztlichen Ansprechpartner.

Auch die Arbeit mit speziellen Behandlungspfaden gehört zum Angebot der Kliniken.

Krankenhäuser übernehmen kurzfristig die ambulante Nachsorge

Teil des Kooperationskonzeptes sei es auch, dass die Kliniken für die ambulante Weiterversorgung der Patienten sorgen, sofern sie keinen eigenen Arzt haben, berichtet Ruck.

"Damit die Patienten nach dem Klinikaufenthalt nicht in ein Loch fallen, kümmern sich die Kliniken kurzfristig um eine ambulante Therapie."

Der Versicherer entwickele gemeinsam mit den Kliniken neue Konzepte für die Zusammenarbeit, sagt er.

"Wir sind dabei, eine integrierte Versorgung für die Psychotherapie zu entwickeln." Das Modell solle zunächst regional erprobt werden, kündigt er an.

Versicherte sind mit dem Angebot zufrieden

Kunden, die wegen einer psychischen Erkrankung in ambulanter Behandlung sind, macht die HUK-Coburg auf die Kooperation mit den acht Kliniken aufmerksam.

Entscheiden, in welches Krankenhaus sie gehen, müssten die Versicherten natürlich selbst. "Viele Kunden kommen auch von selbst auf uns zu und fragen, ob wir ihnen weiterhelfen können."

Bislang habe der Versicherer eine sehr positive Resonanz von den Versicherten erhalten. "Sie sind mit den Angeboten der Kliniken zufrieden", sagt Ruck.

Der Weg führt in die Partnerkliniken

Versicherte mit einer hohen Zahl von Arztbesuchen aufgrund von Schmerzen informiert das Unternehmen über die Zusammenarbeit mit dem Schmerzzentrum Bad Mergentheim.

Es hat einen Schwerpunkt bei der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen, die mit psychischen Begleiterkrankungen einhergehen.

Der Versicherer bietet seit 2009 den Tarif "Select" an, der bei der Inanspruchnahme eines der Kooperationspartner eine höhere Leistung vorsieht.

Die Kunden dürfen nur Privatkliniken aufsuchen, mit denen die HUK-Coburg einen Vertrag abgeschlossen hat. Die Kooperation mit den Fachkliniken für psychische Erkrankungen steht allen Versicherten offen, sagt Ruck.

"Wir versuchen, unseren Kunden die richtige Behandlung an der richtigen Stelle zukommen zu lassen."

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