Ärzte Zeitung online, 12.09.2011

Lieblingsmusik stört den Tinnitus

MÜNSTER (dpa). Ihre Lieblingsmusik soll Tinnitus-Patienten helfen, das lästige Pfeifen im Ohr zu bekämpfen. Das Uniklinikum Münster will auf erste Therapieerfolge aufbauen und sucht nun im Münsterland 300 Patienten für eine größere Untersuchung.

Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie hatte demnach gezeigt, dass die Intensität der Ohrgeräusche durch das Musiktraining im Durchschnitt um 25 Prozent sinkt.

"Musik hat alle unsere Kulturen und Entwicklungsstadien begleitet und fast alle Menschen mögen sie", sagte Professor Christo Pantev vom Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse am Montag.

Bei dem Therapieansatz sucht jeder Patient seine Lieblingsmusik aus. "Wir schneiden dann bestimmte Frequenzen aus dieser Musik heraus", sagte Pantev.

Spezielle Frequenzen reizen "Tinnitus-Nerven"

Der herausgefilterte Teil des Klangteppichs hätte für gewöhnlich die Tinnitus-Nervenzellen angesprochen. Das falle dann allerdings weg, nur deren Nachbarn würden gereizt.

Diese Nachbarzellen wiederum sollen die Tinnitus-Neuronen hemmen. Werde diese "laterale Hemmung" häufig wiederholt, könne das Pfeifen dauerhaft zurückgehen, sagte Pantev.

Nach neuesten Schätzungen haben etwa 2,7 Millionen Menschen in Deutschland chronischen Tinnitus.

Die Ursachen für die quälenden Geräusche im Ohr können vielfältig sein. Dazu zählen unter anderem Lärmschäden, Stress und Probleme mit der Halswirbelsäule.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »