Ärzte Zeitung online, 28.12.2011

Uni Mainz verknüpft Krankenbett und Forschung

"Science Transfer" Programm: So heißt ein neues Projekt der Universitätsmedizin der Uni Mainz. Das Programm bietet beschäftigten Ärzten die Chance, ihre Forschungsneigung umfangreich zu vertiefen.

Uni Mainz verknüpft Arbeit am Krankenbett mit Arbeit in der Forschung

Unimedizin Mainz: Forschung und Klinik sollen zusammenrücken.

© Udo Kröner / imago

MAINZ (eb). Ihr neues "Science Transfer"-Programm sieht die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz als ideales Sprungbrett für eine wissenschaftliche Karriere.

In der Krankenversorgung beschäftigte junge Ärzte können über einen Zeitraum von zwei Jahren 50 Prozent ihrer Arbeitszeit einem Forschungsprojekt widmen. Ihre Facharztausbildung müssen sie dafür nicht unterbrechen.

Das Programm startet jetzt im ersten Quartal 2012 mit drei Teilnehmern, teilt die Universitätsmedizin Mainz mit.

Die in der Hautklinik beschäftigte Berenice Rudolph wird im Institut für Immunologie forschen, Dr. Simone Thomas, Assistenzärztin in der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik am Institut für Virologie, und Dr. Adrian Gericke aus der Augenklinik und Poliklinik am Institut für Pharmakologie.

Alle drei Teilnehmer wurden mit dem "Science Transfer Program Award 2011" ausgezeichnet.

Teilnehmer werden in Arbeitsgruppen eingebunden

Konkret sieht das "Science Transfer" Programm vor, dass die Teilnehmer in eine der Arbeitsgruppen der forschungsintensiven Einrichtungen der Universitätsmedizin Mainz - etwa der Immunologie oder den Neurowissenschaften - eingebunden sind, informiert die Universitätsmedizin Mainz.

Im Zuge dieses Programms geförderte Ärzte verpflichteten sich, nach Ablauf des Förderintervalls für die Dauer von zwei Jahren als Mentor zu fungieren.

Das heißt sie sind weiterhin Teil des "Science Transfer"-Programms und geben ihre Erfahrungen an die in der Folgeperiode geförderten Ärzte weiter.

Des Weiteren verpflichteten sich geförderte Ärzte, das Beschäftigtenverhältnis mindestens zwei Jahre an der entsendenden Klinik an der Universitätsmedizin fortzusetzen, heißt es in der Mitteilung.

Wissen soll vor Ort Gewinn bringend eingesetzt werden

Damit sei nach Auffassung des Wissenschaftlichen Vorstands sichergestellt, dass sie das neu gewonnene Wissen in ihrem ursprünglichen klinischen Arbeitsumfeld Gewinn bringend einsetzen.

"Dieses Programm ist ein weiterer Schritt zur nachhaltigen Fortentwicklung der in 2010 etablierten Postdoc-Community, die das Ziel verfolgt, junge Ärzte und Wissenschaftler bei allen Fragestellungen auf ihrem Karriereweg zu unterstützen", wird der Projektleiter des "Science Transfer"-Programms, Professor Fred Zepp, Stellvertretender Prodekan für Klinische Forschung an der Universitätsmedizin Mainz, zitiert.

Die Freistellung der Ärzte für die Dauer von zwei Jahren finanziert der Fachbereich Universitätsmedizin zu 50 Prozent aus zentralen Mitteln.

Die anderen 50 Prozent der Stelle, die auf die Tätigkeit in der Krankenversorgung entfallen, trägt die entsendende Klinik.

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