Dienstag, 4. August 2015
Ärzte Zeitung, 24.01.2013

IGNITE

Guillain-Barré neu bewertet

Einer Studie zufolge bleiben oft Einschränkungen in mehreren Bereichen der Lebensqualität zurück. Die Akut-Mortalität ist hoch.

BERLIN. Patienten mit Guillain-Barré-Syndrom (GBS), die in der Akutphase beatmungspflichtig sind, weisen eine Mortalität von 5,5 Prozent im Krankenhaus und 13,6 Prozent in der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 52 Monaten auf.

Damit liegt die Mortalität deutlich niedriger als in früheren Untersuchungen, ergab eine Studie der Gruppe IGNITE (Initiative of German NeuroIntensive Trial Engagement) im Forschungsnetzwerk der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI)

An der Studie nahmen 110 Patienten teil (J Neurol 2013, 9. Januar). Bei etwa 50 Prozent der Patienten war das Langzeitergebnis gut mit Werten von 0-1 auf der GBS Disability Skala (GBS-DS).

27,5 Prozent waren körperlich mittelstark eingeschränkt mit Werten von 2-3 auf der GBS-DS. Etwa jeder fünfte Patient hatte ein schlechtes Ergebnis mit Werten über 3.

Beachtenswert sei die eingeschränkte Lebensqualität vieler Patienten, so die Autoren der Charité Berlin in einer DGNI-Mitteilung. 35 bis 65 Prozent berichteten von Problemen in den EuroQoL-5D-Bereichen Mobilität, Selbst-Versorgung, Alltagstätigkeiten, Schmerzen und Angst/Depressionen.

Auffällig sei auch die hohe Akut-Mortalität aufgrund typischer GBS-Komplikationen wie autonome Dysfunktion. (eb)

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neuer Report enthüllt: Wie US-Psychologen der CIA beim Foltern halfen

Ein aktueller Report erhebt schwere Vorwürfe gegen den wichtigsten US-Psychologenverband: Ranghohe Mitglieder sollen Geheimdienste und Militärs bei Foltermethoden unterstützt haben. mehr »

Zuweisungen aus Gesundheitsfonds: Kassen spannen Ärzte für
Tricksereien ein

Die Rücklagen schmelzen, der Kampf um die Zusatzbeiträge wird härter: Kassen versuchen daher mit nachträglichen "Diagnoseprüfungen" zusätzlich Geld beim Gesundheitsfonds locker zu machen. Die Aufsichtsbehörde geht dagegen vor. mehr »

TK-Studie: Jede MRE-Infektion verursacht
17.500 Euro Mehrkosten

Die medizinische Versorgung von mit multiresistenten Erregern (MRE) infizierten Personen verursacht für die Krankenkassen jährliche Mehrkosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Das hat eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse (WINEG) ergeben. mehr »