Dienstag, 23. Dezember 2014
Ärzte Zeitung, 24.01.2013

IGNITE

Guillain-Barré neu bewertet

Einer Studie zufolge bleiben oft Einschränkungen in mehreren Bereichen der Lebensqualität zurück. Die Akut-Mortalität ist hoch.

BERLIN. Patienten mit Guillain-Barré-Syndrom (GBS), die in der Akutphase beatmungspflichtig sind, weisen eine Mortalität von 5,5 Prozent im Krankenhaus und 13,6 Prozent in der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 52 Monaten auf.

Damit liegt die Mortalität deutlich niedriger als in früheren Untersuchungen, ergab eine Studie der Gruppe IGNITE (Initiative of German NeuroIntensive Trial Engagement) im Forschungsnetzwerk der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI)

An der Studie nahmen 110 Patienten teil (J Neurol 2013, 9. Januar). Bei etwa 50 Prozent der Patienten war das Langzeitergebnis gut mit Werten von 0-1 auf der GBS Disability Skala (GBS-DS).

27,5 Prozent waren körperlich mittelstark eingeschränkt mit Werten von 2-3 auf der GBS-DS. Etwa jeder fünfte Patient hatte ein schlechtes Ergebnis mit Werten über 3.

Beachtenswert sei die eingeschränkte Lebensqualität vieler Patienten, so die Autoren der Charité Berlin in einer DGNI-Mitteilung. 35 bis 65 Prozent berichteten von Problemen in den EuroQoL-5D-Bereichen Mobilität, Selbst-Versorgung, Alltagstätigkeiten, Schmerzen und Angst/Depressionen.

Auffällig sei auch die hohe Akut-Mortalität aufgrund typischer GBS-Komplikationen wie autonome Dysfunktion. (eb)

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Ein Jahr Ebola-Krise: Kein schnelles Ende in Sicht

In vielen von Ebola betroffenen Ländern sind kaum Fortschritte erkennbar. Experten erwarten auch nicht, dass sich das im neuen Jahr so schnell ändern wird. mehr »

AOK Bayern: Hausärzte sollen Millionen zurückzahlen

Böse Weihnachts-Überraschung für rund 2700 bayerische Hausärzte, die an der HzV teilnehmen: Nach Angaben des BHÄV fordert die AOK insgesamt 12,5 Millionen Euro an Honorar zurück. Schuld sind massenhaft fehlerhafte Abrechnungen, erläutert die Kasse. mehr »

Alternative zur Krankenkasse: Solidargemeinschaft für alle Fälle

Neben der gesetzlichen und der privaten Kranken­versicherung entwickelt sich ein drittes Modell: In Solidargemeinschaften verfügen die Mitglieder selbst über die Ausgaben für ihre medizinische Versorgung. mehr »