Ärzte Zeitung online, 22.01.2014

ANIM-Kongress

Langes künstliches Koma ist ungünstig

HANNOVER. Neurointensivmediziner haben sich bei einem Kongress in Hannover zu den Heilungschancen bei einem künstlichen Koma geäußert.

Nach einem schweren Schädelhirntrauma sei die größte Gefahr, dass nach dem Aufwachen aus dem Koma kognitive Einschränkungen blieben, sagte am Dienstag der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI), Andreas Ferbert.

Die Prognose verschlechtere sich, je länger ein künstliches Koma aufrechterhalten werden müsse. Die Dauerbeatmung schädige die Lunge, auch das Immunsystem und die Nieren würden beeinträchtigt.

Der frühere Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher war nach seinem Ski-Unfall am 29. Dezember in ein künstliches Koma versetzt worden.

Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland ein Schädelhirntrauma, davon sind zehn Prozent mittelschwere und schwere Fälle. Nach Angaben der Ärzte sterben 8000 Menschen an den Folgen, 60 Prozent von ihnen innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Verletzung.

Während früher häufig Autounfälle die Ursache waren, sind es inzwischen in mehr als der Hälfte der Fälle Stürze. Oft sind ältere Menschen in Heimen betroffen. Bis zum Freitag treffen sich Ärzte, Wissenschaftler, Pflegeexperten und Therapeuten zur Arbeitstagung Neurointensivmedizin (ANIM) in Hannover. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »