Ärzte Zeitung, 01.10.2004

Suizid-Raten seit der Vereinigung im Osten gesunken

NEU-ISENBURG (Smi). In keinem Land Europas sind die Suizid-Raten seit der deutschen Wiedervereinigung so stark gesunken wie in den neuen Ländern. Darauf weist das Kompetenznetz "Depression Suizidalität" 15 Jahre nach der politischen Wende in Europa hin.

Viele Experten haben nach der Wende vermutet, daß durch die dramatischen gesellschaftlichen Umwälzungen in den neuen Bundesländern sowie die zunehmende Arbeitslosigkeit auch die Zahl der Depressiven und damit die der Selbstmörder in den neuen Ländern steigen werde. Doch alle düstere Prognosen seien durch die statistischen Erhebungen widerlegt worden, so das Kompetenznetz.

Zwischen 1989 und 1990 lag die Zahl der Suizide im Osten Deutschlands bei etwa 26 Selbsttötungen je 100 000 Einwohner (Westdeutschland: 17). Seither ist die Rate nahezu kontinuierlich auf 16 je 100 000 Bundesbürger im Jahr 2002 gesunken und hat sich damit der Rate in Westdeutschland (13) angenähert.

Zwar habe die Zahl der Depressiven in der Tat zugenommen (in Ost-, aber auch in Westdeutschland), so Professor Ulrich Hegerl vom Kompetenznetz Depression, Suizidalität. Doch durch eine bessere Behandlung von depressiv erkrankten Menschen sei bei vielen ein Suizid oder Suizidversuch verhindert worden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »