Ärzte Zeitung, 13.01.2005

Neigung zu Depressionen wird vererbt

CHICAGO (ddp). Die Neigung zu Depressionen wird nicht nur über mehrere Generationen vererbt, sie kann sich auch in jeder neuen Generation verstärken.

Das haben US-Forscher herausgefunden, als sie mehrere Familien über drei Generationen hinweg untersuchten. Demnach ist das Risiko für Depressionen bei Kindern, deren Eltern und Großeltern ebenfalls unter Depressionen leiden, mehr als doppelt so hoch wie bei Kindern ohne familiäre Anamnese.

Auch setzen die Symptome in der dritten Generation früher ein als in der ersten oder zweiten, berichtet Myrna Weissman von der Columbia-Universität in New York City in "Archives of General Psychiatry" (62, 2005, 29).

Die Forscher begannen 1982 mit 47 Freiwilligen, die unter Depressionen litten. Deren 86 Kinder wurden immer wieder auf psychische Störungen untersucht. Mittlerweile haben diese Kinder selbst 186 Kinder, in einem durchschnittlichen Alter von 12 Jahren.

Schon bei den Kindern der ersten Generation traten psychische Störungen häufiger auf als bei Kindern gesunder Eltern und sie begannen auch früher, im Mittel zwischen 12 und 13 Jahren. Bei 60 Prozent der Kinder der dritten Generation traten psychische Störungen auf, meist vor der Pubertät.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »