Ärzte Zeitung, 10.11.2005

Licht steuert Vorgänge in den Nebennieren

CAMBRIDGE (ddp.vwd). Licht regt offenbar die Ausschüttung von Hormonen aus den Nebennieren an, die den Stoffwechsel, die Reaktion des Körpers auf Streß, aber auch den Tagesrhythmus von Organen regulieren.

Diese Entdeckung haben Wissenschaftler um Dr. Hitoshi Okamura von der Universität in Kobe in Japan gemacht (Cell Metabolism 2, 2005, 297). Die Forscher liefern damit eine mögliche Erklärung für die positive Wirkung einer Lichttherapie, etwa bei Depressionen oder Schlafstörungen.

Die Forscher untersuchten in ihrer Studie bei Mäusen den Effekt auf den Organismus. Die Lichttherapie löste in deren Nebennieren eine Kaskade von Genaktivitäten und in der Folge die gesteigerte Ausschüttung von Glukokortikoiden aus.

Der Effekt kam über den Einfluß des Lichts auf den Nucleus suprachiasmaticus im Hypothalamus zustande. Dieser Hirnkern ist der Sitz der inneren Uhr, die den knapp 24stündigen Rhythmus biologischer Vorgänge steuert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »