Ärzte Zeitung online, 04.08.2009

Therapie nach Wunsch - das hebt die Stimmung

Ohne Akzeptanz wirkt antidepressive Therapie nicht

NEW YORK(mut). Arzneien, Psychotherapie oder beides? Ob sich bei Depressiven die Stimmung bessert, hängt entscheidend davon ab, ob sie auch die Therapie bekommen, die sie wünschen.

Ohne Akzeptanz wirkt antidepressive Therapie nicht.

Foto: ABDA

Ärzte sollten Depressiven daher besser keine Therapieform anbieten, die diese ablehnen, denn dann wirkt sie garantiert nicht.

Wie sehr Wunschvorstellungen den Therapieerfolg bestimmen, haben jetzt US-Ärzte in einer Studie bei über 680 Depressiven ermittelt. Zu Beginn durften die Patienten ihre Therapiepräferenz äußern, sie erhielten dann aber nach dem Zufallsprinzip eine kognitive Verhaltenstherapie, eine Arzneitherapie oder eine Kombination aus beidem. Insgesamt wünschten sich 12 Prozent nur eine Verhaltenstherapie, 8 Prozent alleine eine Arzneitherapie und 60 Prozent eine Kombitherapie. 20 Prozent hatten keine Präferenzen.

Patienten, die sich eine alleinige Psychotherapie wünschten, und diese auch bekamen, gelangten zu 50 Prozent in Remission, wurden sie nur mit Arzneien behandelt, waren es 8 Prozent. Auch schon die Kombination mit Arzneien war abträglich: Nur 39 Prozent wurden depressionsfrei.

Umgekehrt war die Situation ähnlich: Präferierten Patienten nur Arzneien und bekamen sie diese, gelangten 45 Prozent in Remission, bei alleiniger Psychotherapie waren es 22 Prozent und bei einer Kombitherapie wiederum 45 Prozent - die zusätzliche Psychotherapie hatte bei ihnen also keinen Einfluss (J Clin Psych 70, 2009, 354).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »