Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 18.02.2010

"ECHT STARK!" hilft Kindern von psychisch kranken Eltern

ULM (eb). Was heißt es für ein Kind, wenn die Mutter Depressionen hat oder der Vater suchtkrank ist? Häufig verstehen Kinder nicht, was mit ihren Eltern los ist oder geben sich selbst die Schuld. Die Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie bietet Kindern und Jugendlichen mit dem Projekt "ECHT STARK!" jetzt gezielte Hilfe an.

Bin ich Schuld, dass Papa Drogen nimmt? Ist Mama immer so traurig, weil ich ein böses Kind bin? Diese Frage hört die Projektorganisatorin, Dr. Ulrike Schulze, oft von betroffenen Kindern. "Kinder entwickeln oft eigene Muster, um die psychische oder Suchterkrankung ihrer Eltern zu erklären. Häufig versuchen sie auch, elterliche Aufgaben zu übernehmen, kümmern sich um die Familie, obwohl sie damit eigentlich überfordert sind", beschreibt sie häufige Verhaltensmuster. "Wir zeigen ihnen, dass sie nicht allein sind und dass es Hilfe für sie und ihre Eltern gibt."

In Gruppen von sechs bis acht Kindern oder Jugendlichen werden diese Themen altersgerecht angeboten. Hinzu kommen einmal monatlich ausführliche Gespräche mit den Eltern, denn für sie ist es oft schwierig, ihren Kindern zu erklären, was ihre Krankheit bedeutet.

Die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg fördert das Projekt "ECHT STARK!" drei Jahre lang mit insgesamt 85.000 Euro.

Weiter Informationen zu dem Projekt "ECHT STARK!"

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