Ärzte Zeitung online, 02.09.2010

Schlafmangel stört die Psyche

Unter fünf Stunden Schlaf ist das Risiko für psychische Störungen verdreifacht

SYDNEY (hub). Junge Erwachsene sollten ausreichend schlafen. Weniger als fünf Stunden Schlaf pro Nacht erhöhen das Risiko für psychische Störungen deutlich.

Forscher aus Australien haben Daten von über 20 000 jungen Erwachsenen im Alter von 17 bis 24 Jahren ausgewertet. Dabei fanden sie eine inverse lineare Beziehung zwischen der Schlafdauer und der Ausprägung psychischer Störungen: je kürzer die Schlafzeit, desto mehr Teilnehmer zeigten Symptome einer Depression oder Angststörung. In der Gruppe mit sechs Stunden Schlaf zeigten doppelt soviele Teilnehmer eine psychische Störung wie bei den Normalschläfern mit acht Stunden pro Nacht, teilt die Amerikanische Akademie für Schlafmedizin mit.

Allerdings war das Risiko für den Beginn einer psychischen Störung nur bei jenen jungen Erwachsenen dramatisch erhöht, die weniger als fünf Stunden pro Nacht schliefen. Hier war das Risiko nämlich mehr als verdreifacht. Studienautor Dr. Nick Glozier vom Schlafzentrum der Uni von Sydney gibt daher auch Entwarnung. Bei jungen Erwachsenen mit guter mentaler Gesundheit sei eine moderate Schlaflänge von etwa sieben Stunden unbedenklich. Die empfohlene Schlafdauer pro Nacht wird ansonsten mit acht Stunden angegeben.

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