Ärzte Zeitung online, 06.04.2011

Lesen schützt vor Depression

PITTSBURGH (hub). Heranwachsende Bücherwürmer haben weniger Depressionen als Musikkonsumenten. Das hat eine Studie aus den USA mit 106 jungen Menschen ergeben.

Von 106 Studienteilnehmern hatten 46 eine Major-Depression. Alle Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von zwei Monaten mehrfach an den Wochenenden angerufen und nach ihrem Freizeitverhalten gefragt. Dabei ging es um Fernsehen, Videos, Computerspiele, Internet, Magazine, Zeitungen oder Bücher.

Die Forscher fanden dabei heraus, dass jene Heranwachsenden mit dem meisten Musikkonsum mehr als achtmal häufiger depressiv waren als jene, die am wenigsten Musik hörten.

Auch umgekehrt wurde ein Schuh daraus: Die Jugendliche, die am meisten lasen, waren nur ein Zehntel so häufig depressiv, wie die Wenigleser. "Lesen senkt das Risiko einer Depression", so Studienautor Dr. Brian Primack von der University of Pittburgh in einer Mitteilung der Uni.

Diese Studie bringt wieder einmal etwas mehr Licht in den Bereich emotionale Gesundheit und Medienkonsum. Offen bleibt hingegen, ob der hohe Musikkonsum Ursache oder Folge der Depression ist - oder beides.

Es könne auch sein, dass die Heranwachsenden mehr Musik hörten, um der Depression zu entfliehen, so Primack. Nicht genannt ist in der Uni-Mitteilung, welche Art Musik konsumiert wurde. Denn auch anderes herum kann ein Zusammenhang bestehen: Musik macht depressiv.

Man denke etwa an das Album "Unknown Pleasures" von Joy Division. Anfang der 80er Jahre verkauften einige Plattenläden die Scheibe nur, nach dem man sich vom positiven Gemütszustand der potenziellen Käufer überzeugt hatte.

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