Ärzte Zeitung online, 26.08.2011

Psycho-Screening hilft US-Schülern

NEW YORK (eis). Jugendliche profitieren von einem Screening auf psychische Krankheiten, belegt eine US-Studie. Bei erhöhtem Erkrankungsrisiko werden Betroffene identifiziert und einer Behandlung zugeführt.

Schülern hilft ein Screening-Programm auf seelische Gesundheit

Depression in jungen Jahren? In den USA soll die Früherkennung helfen.

© Mikael Damkier / fotolia.com

An der Untersuchung in den Jahren 2005 bis 2009 nahmen 2500 Jugendliche aus sechs High Schools in städtischer Umgebung teil, berichten die Forscher des TeenScreen* National Center for Mental Health Checkups an der Columbia University in New York (J Am Adcad Child Adolesc Psych 2011; 50: 881).

Alle füllten zum Screening einen evaluierten Fragebogen (Diagnostic Predictive Scales-8) aus mit dem sich Depressionen, Angststörungen und andere psychische Störungen erfassen lassen. Ergaben sich dabei Auffälligkeiten, wurden sie von einem ausgebildeten Kliniker in einem Interview weiter befragt und gegebenenfalls einer weiteren Diagnostik oder Therapie zugeführt.

Etwa 20 Prozent der Jugendlichen hatten nach den Kriterien ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Drei von vier der Gefährdeten waren zum Screening-Zeitpunkt nicht in Behandlung, berichten die Forscher.

Nach dem Screening wurden 76 Prozent der gefährdeten Jugendlichen binnen 90 Tagen einem Therapeuten zugeführt. 56 Prozent erhielten dabei eine Therapie, definiert als mindestens drei Sitzungen bei einem Therapeuten oder eine mit Zustimmung des Behandlers beendete Therapie.

Jede zweite lebensbegleitende psychische Krankheit beginnt schon im Alter von 14 Jahren, berichten die Forscher. Früherkennung ist wichtig, weil Depressionen und andere psychischen Erkrankungen unbehandelt zu Schulversagen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Kriminalität, Gewalt und in tragischen Einzelfällen auch zu Suizid führen können.

Die meisten Betroffenen können wirksam behandelt werden und ein erfolgreiches Leben führen, betonen die Forscher.

* www.teenscreen.org

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »