Ärzte Zeitung, 19.07.2005

Schwer Epilepsiekranke profitieren von Zusatztherapie mit Zonisamid

Anfallsrate ließ sich bei den meisten Patienten um mindestens 50 Prozent reduzieren

MÜNCHEN (wst). Das in Deutschland neu eingeführte Antiepileptikum Zonisamid (Zonegran®) hat sich bei Therapie-refraktären Patienten bewährt. Auf täglich 500 mg der Substanz zusätzlich zu einer bestehenden Therapie sprachen 53 Prozent der bis dato unzureichend behandelbaren Patienten gut an.

Die Daten dieser Studie hat Professor Christian Erich Elger von der Klinik für Epileptologie des Universitätsklinikums Bonn vorgestellt. Einbezogen in die Studie waren 349 Patienten mit bislang Therapie-refraktären fokalen epileptischen Anfällen.

Zusätzlich zu einer bestehenden antiepileptischen Mono- oder meist Kombinationstherapie erhielten die Studienteilnehmer nach einer sechswöchigen Aufdosierungsphase 18 Wochen lang entweder Zonisamid in einer täglichen Zieldosis von 500 mg, 300 mg, 100 mg oder Placebo.

Als Ansprechen war eine Reduktion der Anfallshäufigkeit um mindestens 50 Prozent definiert, wie Elger bei einer Veranstaltung des Unternehmens Eisai in München berichtet hat.

Dieses Kriterium erfüllt hatten zum Studienende mit 500 mg Zonisamid 53 Prozent der Patienten, mit 300 mg etwa 40 Prozent, mit 100 mg knapp 30 Prozent und mit Placebo 21 Prozent. Der Unterschied zwischen Placebo und der 500 mg-Dosis war signifikant.

Vor Studienbeginn hatten die Patienten im Mittel zwölf Anfälle pro Monat. Mit Placebo und mit täglich 100 mg Zonisamid war die durchschnittliche Anfallshäufigkeit im Studienverlauf um 20 Prozent, mit 300 mg um knapp 40 Prozent und mit 500 mg um über 50 Prozent geringer.

Die zusätzliche Behandlung mit Zonisamid wurde gut vertragen, was sich auch darin zeigte, daß die Patienten nach Studienende mehrheitlich eine Fortsetzung der Therapie wünschten und dazu an einer offenen Studienverlängerung teilnahmen.

Häufigste unerwünschte Wirkungen während der Zonisamid-Therapie waren Schwindel und Müdigkeit, die in der 500-mg-Gruppe während der Aufdosierungsphase jeweils bei über 10 Prozent der Patienten zu verzeichnen waren. In der Erhaltungsphase reduzierten sich die Raten dieser unerwünschten Wirkungen jedoch auf 7,7 (Schwindel) und 6 Prozent (Müdigkeit).

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