Ärzte Zeitung, 20.09.2005

Valproat eignet sich auch für Kinder mit Epilepsie

Eine internationale Expertengruppe empfiehlt Valproat als Mittel der ersten Wahl bei verschiedenen epileptischen Syndromen

PARIS (awa). Bereits seit 40 Jahren gibt es klinische Erfahrungen mit Valproat in der Epilepsie-Therapie. Die Substanz besitzt ein breites Wirkungsspektrum und ist bei allen Anfallstypen und Epilepsie-Syndromen geeignet. Die Substanz hat sich auch bei Kindern mit Absencen und idiopathisch generalisierten Anfällen bewährt.

Eine internationale Gruppe von 40 Epileptologen hat kürzlich den Stellenwert von Valproat zur Behandlung bei Epilepsie bestätigt und Empfehlungen für verschiedene Patientengruppen, darunter auch für Kinder und Jugendliche, ausgesprochen. Dies hat Professor Albert Aldenkamp aus Maastricht in den Niederlanden, auf dem internationalen Epilepsie-Kongreß in Paris berichtet.

Bei Kindern ist es besonders wichtig, daß nicht nur die Anfälle kontrolliert werden, sondern daß auch Verhalten und die Kognition so wenig wie möglich durch die Therapie beeinträchtigt werden. Valproat verursache im Vergleich zu anderen anti-epileptischen Medikamenten weniger unerwünschte zentralnervöse Wirkungen und biete sich deshalb für die Behandlung von Kindern besonders gut an, sagte Aldenkamp auf einer Veranstaltung des Unternehmens Sanofi-Aventis.

So empfehle die Expertengruppe, deren Konsensus demnächst auch veröffentlicht werden soll, Valproat als Mittel der ersten Wahl bei verschiedenen epileptischen Syndromen: bei juvenilen Absencen und juveniler myoklonischer Epilepsie als alleinige erste Wahl, bei Kindern mit Absencen als Mittel der Wahl außer Ethosuxid und bei generalisierten tonisch-klonischen Anfällen als Mittel der Wahl außer Topiramat, Carbamazepin und Oxcarbazepin.

Patienten mit fokalen idiopathischen Epilepsien sollten initial mit Valproat oder Carbamazepin behandelt werden, für die Untergruppe der Rolando-Epilepsie empfiehlt der Expertenrat initial nur Valproat. Bei Status epilepticus stehen in den Empfehlungen nach wie vor Benzodiazepine an erster Stelle. Die intravenöse Formulierung von Valproat wird aufgrund der guten klinischen Erfahrungen vor allem bei nicht-konvulsivem Status als zweite Wahl angesehen.

Aldenkamp wies darauf hin, daß die neue retardierte Formulierung von Valproat (Ergenyl®-Chronosphere®) besonders kindgerecht ist: Die in Mikroperlen enthaltene Substanz kann über das Essen gestreut und die neue Formulierung muß weniger häufig eingenommen werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »