Ärzte Zeitung online, 02.04.2009

Sport trotz Epilepsie? Ja, dazu kann man Patienten raten

Sport trotz Epilepsie? Ja, dazu kann man Patienten raten

Auch Patienten mit Epilepsie können Sport treiben.

Foto: Galina Barskaya©fotolia.de

MÜNCHEN (wst). Eine neu auftretende Epilepsie ist kein Grund, auf Sport zu verzichten. Man muss nur die geeignete Sportart finden und die Patienten entsprechend motivieren. Sport ist gesund - das gilt auch für Patienten, die körperliche Einschränkungen haben. Daran hat die Neurologin Professor Barbara Tettenborn aus St. Gallen erinnert.

Grundsätzlich gebe es für jeden noch bewegungsfähigen neurologischen Patienten eine geeignete Sportart, so Tettenborn auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung in München. Viele Kollegen neigten jedoch dazu, solche Patienten beim Sport unnötig einzuschränken.

So können etwa Epilepsiekranke mit guter Anfallskontrolle nahezu jeden Sport ausüben. Nur von Disziplinen mit hohem Fremd- und Selbstgefährdungsrisiko müsse abgeraten werden: Dazu zählen etwa Motorsport, Drachenfliegen, Fallschirmspringen sowie Wassersport ohne Aufsicht. Die Sorge, die verstärkte Atmung beim Sport könne bei Epilepsiekranken ähnlich wie die diagnostisch genützte provokative Hyperventilation einen Anfall auslösen, sei unberechtigt.

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