Ärzte Zeitung, 16.08.2011

Extrem dünne Nervenzellfortsätze reden "demokratisch"

BONN (eb). Einblicke in die Signalverarbeitung extrem dünner Nervenzellfortsätze haben Forscher der Uni Bonn sowie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen gewonnen.

Rund 90 Prozent der Aktivierung von Nervenzellen findet an solch dünnen Dendriten statt, dies wurde bisher unterschätzt, heißt es in einer Mitteilung aus Bonn. Bislang war es technisch nur möglich, die elektrische Erregung dickerer Dendriten mit Elektroden zu erfassen.

Elektroden mit weniger als ein Tausendstel Millimeter feinen Spitzen und eine neuartige Mikroskopietechnik erlaubten, die Aktivität der sehr dünnen Dendriten zu erfassen.

Zudem untersuchten die Wissenschaftler, was passiert, wenn gleichzeitig mehrere Synapsen an einem Dendriten aktiviert werden. Sie entdeckten, dass sich die Nervenzellen dann "demokratisch" verhalten: Jede durfte "mitreden". Diese Erkenntnisse seien wichtig für das Verständnis von Krankheiten, etwa von Epilepsien und der Alzheimer-Demenz, hieß es.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »