Ärzte Zeitung, 22.04.2005

Jedes dritte Kind war bereits auf Diät

Unter Eßstörungen leiden nach Angaben der Bundesregierung vor allem Mädchen

BERLIN (eb).Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden unter Eßstörungen. Vor allem weibliche Teenager - etwa 90 bis 95 Prozent der Betroffenen - leiden darunter, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag.

Nach einer Studie der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung haben 56 Prozent aller 13- bis 14jährigen den Wunsch, abzunehmen. Bis zu 30 Prozent der Kinder unter zehn Jahren hätten bereits Diäterfahrungen. Körperkult und das Streben nach einer Idealfigur spielten bei Jugendlichen eine wichtige Rolle, heißt es in der Antwort weiter.

Verantwortung dafür hätten auch die Medien, die das Schönheitsideal von einem schlanken und jugendlichen Körper vermittelten. Inzwischen seien davon auch zunehmend Männer betroffen. Ab kommendem Jahr werden nach Angaben der Regierung erstmals repräsentative Daten zu Eßstörungen bei Kindern und Jugendlichen vorliegen. Damit sei das Robert-Koch-Institut beauftragt.

Was das Problem der Mangelernährung angeht, liefert die Bundesregierung keine repräsentativen Zahlen. Besonders betroffen davon sind ältere und vor allem hochbetagte Menschen.

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