Ärzte Zeitung online, 05.06.2009

Philologen fordern: Magersucht-Seiten im Internet sperren

BERLIN(dpa). Internetseiten, auf denen Mädchen Magersucht und Bulimie unterstützen, sollten nach Ansicht des Deutschen Philologenverbandes für Jugendliche gesperrt werden. "Diese sogenannten Pro Ana Seiten werden meist von Jugendlichen betrieben, die selbst erkrankt sind, aber keine Heilung anstreben, sondern andere missionieren wollen", sagte der Verbandsvorsitzende, Heinz-Peter Meidinger.

Schätzungen zufolge gebe es etwa tausend solcher Internetseiten auf Deutsch, sagte Meidinger. In Foren beraten sich die meist weiblichen Besucher gegenseitig über das Abnehmen oder das Verschleiern ihrer Krankheit.

Der Verband fordert deshalb, die Seiten auf den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien setzen zu lassen. Damit würden sie bestimmten Vertriebs-, Verbreitungs- und Werbebeschränkungen unterliegen und dürften nur noch Erwachsenen zugänglich gemacht werden. Insgesamt sind nach Meidingers Angaben rund 600 000 junge Frauen zwischen 14 und 18 Jahren von Magersucht bedroht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »