Essstörungen

Hilft eine Sporttherapie?

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FREIBURG. Etwa 40 Prozent der Menschen mit einer Essstörung zeigen ein ungesundes Sport-Verhalten: übermäßig intensiv, zwanghaft oder nur mit dem Ziel der Gewichtsabnahme.

In einer Studie mit etwa 60 Probandinnen und Probanden wird nun der Effekt einer begleitenden Sporttherapie untersucht, teilt das Universitätsklinikum Freiburg mit.

Während des Programms sollen die Teilnehmer einen gesunden Umgang mit Sport lernen. Zusätzlich zur Wirksamkeit der Sporttherapie untersuchen die Experten unter der Leitung von Professor Almut Zeeck, Leitende Oberärztin an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Uniklinikums Freiburg, anhand von Bewegungssensoren Zusammenhänge zwischen sportlicher Aktivität, Essverhalten und Stimmung.

Die Probanden nehmen über drei Monate an insgesamt 13 Einheiten von jeweils zwei Stunden teil. Ziel ist es, das eigene Sportverhalten und Belastungsgrenzen zu reflektieren, um dann in angeleiteten Sportangeboten positive Erfahrungen zu sammeln.

Teilnehmen können Menschen mit einer Anorexia nervosa, Bulimia nervosa oder nicht näher bezeichneten Essstörung mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 16 und 25.

Ausgeschlossen sind unter anderem Personen mit gravierenden körperlichen Erkrankungen und Leistungssportler. Die sporttherapeutische Gruppe ist als ein ergänzendes Angebot zu einer ambulanten Psychotherapie gedacht. In der Studie werden zusätzlich Zusammenhänge zwischen Sporttreiben, Essverhalten und der Stimmung untersucht.

Die Probanden tragen dafür eine Woche lang Bewegungssensoren und dokumentieren ihre Stimmung, Körpererleben, bulimische Impulse sowie einen möglichen Schlankheitsdruck und Motive zum Sporttreiben. Die Studie wird von der Schweizerischen Anorexia nervosa Stiftung gefördert. (eb)

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