Ärzte Zeitung, 11.02.2016

Bulimie

Computertraining gegen Essanfälle

HEIDELBERG. Hilfe gegen Essanfälle bei Bulimie könnte ein neues Computertraining bieten, mit dem die Betroffenen lernen, das automatisierte Verhaltensmuster zu durchbrechen, teilt die Uniklinik Heidelberg mit. Das Programm hat sich in einer Pilotstudie bereits als erfolgreich erwiesen (Eur Eat Disorders Rev 2015; 23: 352-360).

Nun untersucht die Uniklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Heidelberg das Verfahren in einer groß angelegten Studie mit Patienten, die unter einer klinischen Essstörung mit regelmäßigen Essanfällen leiden. Dafür sucht die Klinik noch Teilnehmer.

Die Teilnehmer durchlaufen zehn Sitzungen à 15 Minuten eines computerbasierten Trainings über einen Zeitraum von fünf Wochen, heißt es in der Mitteilung. Mithilfe eines Computers und eines Joysticks werden sie darin trainiert, in kurzer Zeit sehr viele Vermeidungsreaktionen auf visuelle Nahrungsreize auszuführen.

In der Pilotstudie soll sich bei den Teilnehmern das Verlangen nach Nahrungsmitteln signifikant auch im Alltag verringert haben. Zudem sollen weitere Symptome der Essstörung, wie Sorgen um Figur- und Gewicht, deutlich zurückgegangen sein.

Basis des neuen Behandlungsansatzes sind Forschungsergebnisse, die zeigen konnten, dass Menschen mit regelmäßig stark ausgeprägtem Verlangen nach Nahrungsmitteln Besonderheiten in der frühen Informationsverarbeitung von Nahrungsreizen aufweisen (Appetite 2015; 95: 197-202). (eb)

Weitere Infos: www.klinikum.uni-heidelberg.de; E-Mail: timo.brockmeyer@med.uni-heidelberg.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Jeder neunte Euro geht an die Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland steigen weiter. Im Jahr 2015 betrugen sie 344,2 Milliarden Euro oder 4 213 Euro je Einwohner. Auch die Prognose für 2016 liegt bereits vor. mehr »

Zahl importierter Malaria-Erkrankungen stark gestiegen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen in Deutschland deutlich gestiegen. Die unspezifische Symptomatik führt immer wieder zu potenziell lebensbedrohlichen Fehldiagnosen. mehr »

BGH befreit Durchgangsärzte von Haftung

Für die Folgen eines Fehlers bei der Diagnose und auch der Erstversorgung durch einen D-Arzt haftet nicht der Arzt, sondern die Unfallversicherung. Das hat nun der Bundesgerichtshof klargestellt. mehr »